Was wohl geschehen wäre? Sie hätte nichts aus ihr herausbringen können! — Sie trüge ein sonderbares Wesen zur Schau! — Sie antworte auf keine Fragen! — Gestern hätte sie in ein Kloster gehen wollen! — Heute rede sie überhaupt nichts. Was denn geschehen wäre?!
»Nichts, gar nichts! Sie soll ruhig den Schleier nehmen! — Ich hab' nichts dagegen! Sie taugt nichts — sie wird es überhaupt in der Kunst zu nichts bringen! — Ich habe mich geirrt.«
»Aber mein Gott, was ist denn vorgefallen? Früher konntet Ihr nicht genug zuraten, und jetzt auf einmal ——«
»Ich habe mich eben geirrt — ich sagte es Euch ja. Ich habe meine Zeit an eine Unwürdige verschwendet!«
»Aber, Signore, das ist nicht möglich — diese plötzliche Veränderung! — Wie soll ich das nur verstehen? Ach, ich Unglückliche, ach, ich Arme! —— Ich werde noch vor Gram sterben müssen! Aber so sagt mir doch: ist da keine Rückkehr möglich? —— Ist da gar keine Hoffnung?«
»Wenn Ihr glaubt, Domina, daß ich gekommen bin, um meine Zeit mit dem Anhören Eurer Lamentationen zu vergeuden, so irrt Ihr Euch! Meine Zeit ist kostbar! Das scheint weder Ihr noch Eure Tochter zu begreifen! Und das — nur das möchte ich Euch zu Gemüte führen. Um Eure Tochter kümmere ich mich nicht! — Mit Euren Klagen könnt Ihr mich verschonen! Aber meinen Zeitaufwand mit ihr müßt Ihr mir bezahlen!«
»Alle Heiligen — versteh ich Euch recht?«
»Ich hoffe, Ihr werdet so gescheit sein! Ihr müßt also jetzt die Kosten des Unterrichts aufbringen, den Eure Tochter bei mir gehabt hat!«
»Aber, Signore — Ihr habt ihr doch versprochen —«
»Was habe ich ihr versprochen? Nichts habe ich ihr versprochen! Gar nichts! Könnt Ihr ein Wort von mir anführen, daß ich auf ein Entgelt für meine Mühe verzichte?«