»Diese blöden Mädchen«, sprach er leise im Gehen, »sie sind sich alle gleich! Schwierigkeiten ohne Ende! Erst um sie zu kriegen und dann um sie loszuwerden! Bei ihr soll es aber bei der ersten Schwierigkeit sein Bewenden haben! So spröd sie sich jetzt gibt — nachher wird sie nicht mehr zu halten sein, wenn ich sie recht kenne! Das fehlte auch noch! — Angenommen, ich nähme sie mit nach Paris, und sie gefiele am Hofe — angenommen weiter, der König selbst wollte ihr eine Gnade erweisen — und sie würde nein sagen —— ich müßte mich ja rein schämen! —— Ich werde sie schon abzurichten wissen!«
Immer noch trällernd, betrat er seine Wohnung. Und da erwartete ihn eine Überraschung.
Er warf Hut und Mantel von sich und ging auf das Nebenzimmer zu, um die Kleidung zu wechseln. Als er aber an die Tür kam, flog der Vorhang zur Seite, und eine dichtverschleierte Gestalt trat auf ihn zu, den Kopf geneigt, die Arme, welche die Schleier zusammenhielten, über die Brust gekreuzt ——
Er wich zurück, sie mit weit offenen Augen anstaunend. Endlich begriff er.
»Babara«, rief er, »Baberina!« Er stürzte auf sie zu und wollte sie in die Arme schließen.
Sie wich ihm aus.
»Komm mir jetzt nicht zu nahe!« flüsterte sie, »nimm die Gitarre, spiel! Ich will jetzt vor dir tanzen!«
Eine Blutwelle schoß ihm in den Kopf. Er griff sich an die Stirn — er konnte es nicht fassen! Sie kam, ganz von selbst, ohne Zwang, ohne Zureden, um ihm zu Willen zu sein! Während er mit ihrer Mutter unterhandelte und feilschte, war sie, ohne Bedingungen zu stellen, gekommen, hatte auf ihn gewartet, ohne zu ahnen, was er bereits unternommen hatte, um sie zu gewinnen, stand bereit, ihm zu schenken, was er glaubte, kaufen zu müssen!
Er warf sich ihr zu Füßen.