Sie reichte ihm ein rosafarbenes Billett, das er schnell las und fortwarf.

»Er will sie sehen?!«

»Ja — sobald er von Mailand zurück ist, wohin er auf einige Tage gereist ist, will er sie sprechen!«

»Das geschieht nicht. Sie darf nicht hingehen!«

»Warum soll sie nicht hingehen? Was ist denn dabei? Sie ist ein frommes Kind — sie wird hingehen — sie wird ihn sprechen — sie wird ihm beichten — er wird sie segnen — er selbst!«

»Wie der Segen beschaffen sein wird, läßt sich denken!«

Die Signora nahm den Brief auf und reichte ihn ihm noch einmal.

»Ihr habt ihn gelesen, lest ihn nochmals. Steht da ein Wort von Liebe drin? Nein!«

»Und das Parfüm?« rief Fossano und hielt ihr den Brief unter die Nase. »Ist das der Geruch der Heiligkeit, wie?! Das duftet auf zehn Schritte nach Billetdoux, was auch drin geschrieben steht! Und der Ring spricht auch deutlich genug. Sie wird nicht hingehen!«

»Warum sollte sie nicht? Ihr könnt ihr doch nicht verwehren, um ihr Seelenheil besorgt zu sein!«