Die Erinnerung an die Zeit des vierzehnten Ludwig, wo die Witwe Scarron das Land zum Besten der Jesuiten geschröpft hatte, war noch in frischer Erinnerung!
Man war also sehr auf der Hut gegen Überraschungen und schöpfte beim geringsten Anlaß Verdacht.
Noch herrschte wohl die Hofgesellschaft durch die Gräfin von Toulouse und Mademoiselle du Charolais, die die Galanterie des Königs in ihre Interessensphäre hineinzudirigieren verstanden. Sie hatten die Liaison des Königs mit der Gräfin du Mailly herbeigeführt und begünstigt und ihr durch die klug bereit gehaltene Reserve ihrer beiden Schwestern eine gewisse Stetigkeit zu geben versucht.
Aber man war in maßlose Aufregung geraten durch die anscheinend nicht ganz erfolglosen Attacken der unternehmungslustigen »kleinen Poisson«, wie man immer noch Madame d'Etioles nannte.
Und der Eifer und der Aplomb, mit denen der Prinz von Carignan seinen neuentdeckten Schützling zu inszenieren verstand, brachte alles in Verwirrung.
Seit einer Woche redete ganz Paris nur von der Barberini.
D'Argenson machte sich ein Vergnügen daraus, die Hofgesellschaft zu mystifizieren. Der Umstand, daß Rameau selbst extra für sie Tanzeinlagen komponieren mußte und, was noch mehr besagte, daß dieser eigenwillige Meister es mit Begeisterung tat, brachte die Künstler, die mit Madame d'Etioles intime Beziehungen unterhielten, in hellen Aufruhr, und der wurde durch den Neid der anderen Tänzerinnen und ihrer Parteigänger noch mehr geschürt.
Als der Tag ihres ersten Auftretens kam, war auch der Saal der Oper gedrängt voll von allem, was Namen oder Geltung hatte.
Die Logen boten einen glänzenden Anblick dar.