Hinter dem Vorhang erschollen die üblichen drei Keulenschläge, den Beginn der Vorstellung verkündend.
Noch einmal überflog sein Blick die glänzende Versammlung, noch lächelte er spöttisch über seine Naivität, dort offene Herzen finden zu wollen, dann klopfte er auf das Pult, das Spiel begann, und er war in einer andern Welt.
Der Vorhang hob sich. Die Bühne stellte eine freundliche Gegend am Fuße des Olymps dar.
Hebe, die Göttergeborene, schwebte herein, von Momus, dem Gotte des Spottes und des Lachens, des Erdgeborenen, verfolgt — schmollend ob des Befehls ihres Vaters Zeus, die himmlischen Gefilde zu verlassen, um den Menschen göttliche Freuden zu spenden. — Sie wehrt sich — der lachende Gott versucht ihr den Himmel auf Erden finden zu helfen, ruft die Grazien herbei, die hold lächelnd einhertanzen, Amors Köcher und Bogen bringen und das Nahen des ungezogenen Göttersprößlings verkünden.
Amor stellt sich ein, denn — wie Momus, des Lachens Gott, sagt — Schönheit, Jugend und Liebe gehören zusammen. Hebe versöhnt sich mit dem Erdendasein, und, ihrer Göttersendung eingedenk, ruft sie die thessalische Jugend herbei, um die Weihen der Liebe zu empfangen und das Reich Amors auf Erden zu errichten, wo sie, Hebe, als Königin herrschen will.
Amor ruft Zephir herbei, um sie, ihn und die Grazien nach einem glücklicheren Klima zu bringen.
»Volons — volons sur les bords de la Seine«, ruft sie als Parole aus, und Jugend, Schönheit, die Grazien, Amor, Polyhymnia, Terpsichore und sämtliche benannten und unbenannten lyrischen Talente schweben hin zu den glücklichen Gestaden der Seine, um»la gloire«und »la victoire« zu beweihräuchern. — Hebe ladet zum Feste ein — »sur les bords de la Seine« —, und die lyrischen Talente haben sich zu produzieren!
Erst die Dichtung — (»la Poésie«)!
Das erste Bild, nach dem olympischen Prolog, stellt dann ein nach der am Seinestrand gerade herrschenden hortikulturellen Mode schön zugestutztes Boskett in der »maison« der durch ihre Verse und ihr Liebesschmachten rühmlichst bekannten Dichterin Sappho dar.