Gisela: Trösten. Sieh mich an! Bin ich nicht — glückselig?

Engela: Man hört es auch, daß Ihr das seid! an der Stimme.

Gisela: Glückselig, das ist ein schönes Wort. Glückselig! Ein Wort wie regennasse Rosen, wie Leben und Sterben ... Er hat mich getröstet, das heißt nun: Schönes Glück, seliges Sterben, das wünsch ich dir, das bring ich dir! Beides gleich schön. Du weißt nur nicht, was schöner ist: wart es ab, es wird kommen, wie es kommen muß, immer schön, immer gut! Sage ihm, daß ich ihm danke. Mach das Ritzchen zu, dort ist ein Ritzchen offen. Gut Nacht, Engela, du sollst nicht mehr herein kommen, auch nicht lang mehr bei dem Junggrafen stehen ...

(Engela geht hinaus.)

(Der Junggraf sitzt am Fenster, auf dessen Brüstung er sich hinaufgeschwungen hat, und schlingt seine Arme um das eiserne Fensterkreuz. — Draußen rauscht der Regen.)

Engela: Habt Ihr das gehört, das von Regen und Rosen ...

Graf Heinz: Nein, Regen auf Rosen.

Engela: Ich darf nicht mehr hereinkommen und soll nicht lang mit Euch reden.

Graf Heinz: Nicht lang mehr, aber kurz! Sind die Streifen an den Händen, die jetzt die Rosen halten, heil ...

Engela: Schon lange heil, aber man sieht sie noch, o sehr sieht man sie noch!