Leiden: Es ist auch meine letzte. Du schickst mich fort. —
Gisela: Wohin gehst du, wenn du von mir fort gehst ...
Leiden: Zu Gott.
Gisela: Und ich?
Leiden: Du doch auch.
Gisela: Ich auch: Darf ich denn so kommen — mit meinem Scherlein?
Leiden: Du wolltest mit Dorotheas Kränzchen kommen, das hast du nun nicht. Aber wenn du auch mit deinem Scherlein kommen mußt — dort bist du doch. — Du bist sehr stolz, Gisela — es läuft dir eine Träne über deine Wangen. Denk, wie groß der himmlische Garten ist — du willst ja ein stilles Eckchen nur und die himmlischen Töne von ferne. Da kannst du doch sein, mit deinem Scherlein. Weißt du, die Dorothea lag doch nur kurz auf den glühenden Stäben — wie lange liegst du schon darauf — alle Nacht! Streich dir die Haare aus der Stirne, ich eile, tue es jetzt, schnell ... ich muß zu Gott, ich muß wieder herunter ... ich muß suchen ...
Gisela: Was suchst du —
Leiden: Eine Seele für den starken Freudenwein der Ewigkeit. Ich wollte ihn dir geben, nur den allerkleinsten Tropfen daraus, aber du kannst es nicht ertragen. —