Der Lehrer lachte.
»Er hat eine gute Meinung von sich selbst; nun, wir werden schon sehen.«
Herr Baumann verließ nun das Zimmer.
»Macht Platz in der ersten Bank!« rief Herr Stein.
Die Knaben rückten schnell zusammen. Wer hätte nicht gerne einen kleinen Löwenbändiger neben sich sitzen lassen!
»Kannst du schon lesen?« fragte Herr Stein.
»Ich kann spanisch lesen und ein wenig englisch, aber kein deutsch.«
»Nun, so sieh einstweilen deinem Nachbar ins Buch, du wirst's bald lernen.«
Bald war alles wieder in der Schule in gewohntem Gang und der schwarzhaarige Spanier verhielt sich ganz ruhig zwischen seinen blonden deutschen Kameraden. Nach der Schule aber drängte sich alles wieder um den interessanten Fremdling, besonders der Hans ging halb bewundernd halb scheu um ihn herum. Wie man so eine lange Rede halten konnte, war ihm ganz unfaßlich. Im ganzen Jahre hatte er wohl noch nicht so viel Worte gesprochen, als dieser kleine Fremde heute morgen.
Auch Gretchen war voll Bewunderung und während des Mittagessens wiederholte sie den Eltern die ganze Erzählung des kleinen Spaniers. Fast hätte sie darüber vergessen, daß sie noch etwas Wichtiges zu berichten hatte. Sie war ja in die zweite Bank vorgerückt! Sie selbst hatte sich nicht besonders darüber gefreut und so schien es auch den Eltern zu gehen.