»Gib her!«

Gretchen hatte mehrere im Vorrat, die waren alle stumpf, denn Gretchen spitzte sie nicht gerne und vergaß es auch meistens. So übergab sie Hans gleich drei auf einmal und von da an sorgte Hans getreulich dafür, daß Gretchens Griffel im Stande waren.

Der Lehrer und alle Kinder waren versammelt, der Unterricht hatte begonnen, aber der Held des Tages, Felix Acosta, fehlte noch. Ein unzufriedenes Gemurmel ging durch die Reihen der Schulkinder: »Der kommt gar nicht.« Aber er kam doch.

»Warum so spät?« fragte der Lehrer.

»Ich wußte nicht, daß Ihre Vorstellung beginnt so bald,« sprach der Kleine. Der Lehrer lachte.

»Ja,« sagte er, »bei mir beginnt die Vorstellung Punkt zwei Uhr, nur heißt man das gewöhnlich nicht Vorstellung, sondern Schule.«

Felix hatte sich inzwischen an seinen Platz gesetzt und seine Tafel vor sich gelegt, wie er es von den andern sah. Der Lehrer machte ihm Striche vor.

»Nun probier einmal, auch solche Striche zu machen,« sagte er.

Felix faßte den Griffel ganz geschickt mit dem zweiten und dritten Finger und die Striche wurden nicht schlechter, als bei den andern Kindern.

»Es wird gehen,« sagte der Lehrer befriedigt.