»Wahrhaftig, er bringt's schon die Treppe herauf!« rief die Schuldienerin und verschwand.
»So, Felix,« sagte Herr Baumann, »jetzt ist's recht! Eingestehen, um Verzeihung bitten und wieder gut machen, diese drei Stücke gehören zusammen und machen das Unrecht wieder gut. Jetzt merke dir aber eines: Künftig, wenn du irgend etwas heimlich tun willst, wenn's dir auch gar nicht schlimm vorkommt, so denke immer: ›Es wird wohl nicht recht sein, sonst müßte ich's ja nicht heimlich tun,‹ und dann laß es sein, gelt mein Kind? Und nun gehe du heim, es ist schon spät!«
Felix ging. Draußen aber hörte er eine Stimme, die rief von der oberen Treppe herunter: »Du, Kleiner, warte ein wenig!«
Felix konnte kaum mehr erkennen, daß es Frau Semmelmeier war, aber er fühlte bald in seiner Hand eine gebackene Nudel, und mit einem fröhlichen: »Schönen Dank, Madame Semmelmeier!« verließ er das Schulhaus.
Siebentes Kapitel.
Gute Kameraden.
Am nächsten Morgen ließ Herr Baumann den jungen Lehrer während der Freiviertelstunde zu sich in sein Zimmer kommen.
»Wie ist's mit dem kleinen Spanier?« fragte er ihn, »hat er sich schon ein wenig mit den andern Kindern befreundet?«
»Sie haben alle ihren Spaß an ihm und bewundern seine Kunststücke, aber außerdem ist ihnen seine Art doch zu fremd.«