»Nein, ich nicht,« antwortete der Hans ganz bestimmt, obwohl er gar nicht recht wußte, was er sich unter dem Schlechtwerden vorzustellen hatte. Der Lehrer aber schrieb auf die Tafel: »Der wird nicht schlecht!« und die Großmutter las es, glaubte es und war getrost.
Vom nächsten Tag an wanderten Haus und Felix täglich miteinander in die Stunde. Bald wurden der lebhafte schwarze Spanier und der stille blonde Deutsche unzertrennliche Freunde. Hans bewunderte seinen großen Kameraden, der so munter und aufgeweckt war und ihm gar merkwürdige Dinge von seinem früheren Leben erzählen konnte, und Felix liebte seinen herzensguten kleinen Freund, der es gar treu mit ihm meinte und ihn manchmal von einem übermütigen Streich zurückhielt.
So gewann einer durch den andern und niemand freute sich mehr darüber als der alte treue Lehrer, dem seine zwei kleinen Schüler so am Herzen lagen.
Achtes Kapitel.
Es geht geheimnisvoll zu.
Gretchen rannte von der Schule heim und stürmte so rasch die Treppe hinauf, daß Lene, die eben den Vorplatz putzte, nur schnell ihren Kübel beiseite schob, damit Gretchen nicht hineinpflumpfe, wie ihr das schon einmal begegnet war.
»Was kann's wieder für eine Freude in der Schule gegeben haben?« dachte sie bei sich. »Die Erste ist sie ja schon, höher hinauf kann man doch nicht kommen!«
»Vakanz! Wir haben vier Wochen Vakanz und gar keine Aufgaben,« jubelte ihr Gretchen nun zu und eilte dann mit der frohen Botschaft zur Mutter ins Zimmer.
»Nun das ist freilich eine lange Ferienzeit,« meinte die Mutter, »ich hätte aber nicht gedacht, daß du dich so darüber freust, du gehst doch so gerne in die Schule!«