Als Gretchen mit der Mutter allein war, sagte sie: »Jetzt möchte ich aber auch wissen, wohin der Vater reist?«
»So, das fragst du mich? Hast du nicht gemerkt, daß es der Vater nicht sagen will?«
»Ich möchte es eben gern wissen!«
»Das glaube ich schon, aber Kinder können nicht alles wissen und dürfen nicht neugierig und unbescheiden sein. Wenn du merkst, daß man dir etwas nicht gern sagt, mußt du nicht zweimal fragen.«
Gretchen schwieg und es blieb ihr verborgen, wohin der Vater gereist war.
Am nächsten Morgen sollte es noch geheimnisvoller und wunderlicher zugehen. Da brachte ein Bote ein Telegramm vom Vater. Die Mutter erschrak nicht darüber, sie schien es erwartet zu haben. Zweimal schon hatte die Mutter das Telegramm durchgelesen und Gretchen hätte gar zu gerne gefragt: Was steht darin? Aber sie wollte nicht wieder neugierig sein.
Nun legte die Mutter das Blatt weg, zog Gretchen an sich, küßte sie und sagte ganz bewegt: »Der Vater schreibt, ich soll ihm nachkommen, gleich mit dem nächsten Zug. Du darfst jetzt auch wissen, daß der Vater in der Residenz ist und wenn wir morgen miteinander zurückkommen, so erzählen wir dir, was wir dort zu tun hatten.«
Das war alles so geheimnisvoll, Gretchen konnte gar nicht begreifen, was für ungewöhnliche Dinge vorgingen!
Als sie mit Lene von der Bahn zurückkam, wohin sie die Mutter begleitet hatten, sagte Lene: »Heute darfst du die Hausfrau machen und sagen, was ich kochen soll.«