»Das ist herrlich!« rief Gretchen. »Da machen wir eine Biskuittorte!«

Aber Lene erschrak ordentlich. »Was fällt dir ein, da braucht man zwölf Eier, so etwas darfst du nicht vorschlagen.«

Nun meinte Gretchen, eine gebratene Gans sei auch etwas Gutes und zu der brauche man keine Eier. Dagegen hatte die Köchin aber einzuwenden, daß sie keine Gans habe, und sie fragte, was ihre kleine Hausfrau wohl zu einem Reisbrei oder Mandelbrei meine? Auf den Mandelbrei ging nun Gretchen mit vollem Eifer ein und als es Mittag wurde, durfte sie ihr Tischchen in die Küche tragen und draußen decken und essen, das war ein Hauptvergnügen. Nach dem Essen, während Lene das Geschirr spülte, durfte sie es abtrocknen und sie kam sich dabei sehr wichtig vor. Auf einmal aber ließ sie den Löffel sinken, den sie eben abreiben wollte, und fragte: »Lene, muß ich wohl um zwei Uhr stricken?«

»Hat die Mutter nichts davon gesagt?«

»Nein, kein Wort.«

»Nun, dann mußt du's auch nicht.«

Diese Antwort kam Gretchen sehr erwünscht und sie machte sich wieder eifrig ans Geschäft. Aber nach kurzer Zeit wurde sie schon wieder nachdenklich.

»Weißt du, Lene, gestern hat die Mutter gesagt, ich muß alle Tage stricken; aber sie wird nur die Tage gemeint haben, an denen sie zu Hause ist, denn sie muß doch immer wieder auftrennen, was falsch wird.«

»Nun das könnte ich auch besorgen, aber die Mutter wird nicht zanken, wenn du heute nicht strickst.«

Nun wurde das Geschirr aufgeräumt und die Küche rein gemacht. Jetzt schlug es zwei Uhr.