Einträchtig machten sich die Beiden an dies Geschäft und Frida erzählte dabei ihr Mißgeschick mit dem Braten.

»Man wird ihn doch noch essen können,« tröstete der Handwerksbursche.

»Ach nein, sehen Sie nur her, wie schrecklich er aussieht!« Er fand es nicht so schrecklich, sondern behauptete, da wären noch manche Leute froh daran. »Wenn Sie ihn vielleicht mitnehmen wollten,« sagte Frida ganz schüchtern, »dann müßte ich ihn doch nicht mehr sehen und ungesund ist es, glaube ich, nicht.«

»Durchaus nicht,« versicherte der Bursche. Der Braten wurde eingewickelt und verschwand in der Tasche des jungen Mannes, der sich nun dankbar entfernen wollte. Frida aber schenkte ihm für seine Hilfe noch ein Stück Geld und dankte ihm sehr. Vergnügt eilte der Handwerksbursche die Treppe hinunter, auf der ihm Fridas Mutter begegnete. Diese hatte sich bei ihrem Besuch verspätet und kam eiligst herauf. Als sie von Frida hörte, daß ein Gast angekommen sei, war ihre erste Frage:

»Ist auch der Braten gut geworden?«

»Ach nein, Mutter, der ist verbrannt, solange ich den Herrn unterhalten mußte. Aber wir haben einen prächtigen Fisch für heute mittag!«

»Einen Fisch? Woher?«

»Von der Köchin des Herrn Dr. N.; sie war da, um Euch – oder nein, ich glaube bloß den Vater, auf morgen – oder nein – ich glaube auf übermorgen einzuladen.«

»Aber Kind, wo hattest du denn deine Gedanken?«

»Ach, bei dem Fisch!«