„Das geht mich freilich an, wenn ihr meine Lene so unglücklich macht,“ rief Gretchen in höchster Erbitterung und mit Tränen der Erregung.
Der Große lenkte ein. „So schlecht sind wir auch nicht, daß wir jemand unglücklich machen! Da ist doch die Bas viel unglücklicher, die heult den ganzen Tag, weil sie aus dem Haus gemußt hat und ganz allein ist, und Eure Lene ist noch nicht ein einziges Mal zu ihr hinübergegangen und hat ihr noch nie einen Teller Suppe gebracht. Das ist doch auch nicht recht, das schreit zum Himmel, sagt die Bas.“
Gretchen horchte hoch auf. „Ist denn die Base arm?“ fragte sie.
„Wenn sie doch keinen Verdienst mehr hat!“
„Das weiß gewiß die Lene nicht!“
„Was wird sie’s nicht wissen!“
„Nein, sie weiß es nicht,“ beharrte Gretchen, „man muß es ihr nur sagen, dann bringt sie der Base gleich etwas!“
Der Kleine, der mittlerweile doch vom Tisch heruntergestiegen war, hatte nun auch etwas zur Sache zu bemerken.
„Ich hab’ der Bas einmal ein Stück Fleisch zugetragen,“ erzählte er, „dann wie die neue Mutter dahintergekommen ist, hat sie mich gescholten. Ja, und sie will uns gar nimmer zur Bas hinüber lassen, die ist ihr schon zu gering, und alles will sie schöner haben, als es vorher war, weil sie der Hochmut plagt, sagt die Bas.“
Gretchen mußte an ihren Vater denken, er hatte wohl recht, Lene machte vielleicht auch nicht alles ganz gut. „Es ist aber auch recht schön bei euch,“ sagte sie begütigend; „wie ich voriges Jahr einmal in eurer Stube war, um den Kutscher zu bestellen, da hat es anders ausgesehen.“