„Ja, es muß eine Haustaufe sein, weil der Pate nicht frei ist um die Zeit, wo in der Kirche getauft wird. Er ist nämlich Hofkutscher.“

„Ach so, das ist am Ende dein Hofkutscher, der sich bei der Königin für dich verwendet hat?“

„Ja, das ist mein Hofkutscher,“ sagte Gretchen vergnügt, „und darum wird’s eben so schön bei der Taufe, weil sich alle schon ein wenig kennen. Und das Kindchen ist auch ein besonders nettes.“

„Das weiß ich,“ sagte der Pfarrer.

„Kennen Sie denn die Kleine auch schon?“

„Nein, aber was wird denn dein Patchen nicht ein besonders nettes sein!“ Gretchen hatte den Pfarrer bis zur Haustüre begleitet, und als sie umkehrte, war sie so glücklich, daß sie laut singend an Fräulein von Zimmerns Türe vorbeiging. Es war ihr ja nur lieb, daß Fräulein von Zimmern herauskam, die kleine Ungehörigkeit zu rügen, und daß sie auf diese Weise noch ein teilnehmendes Herz fand für ihre Mitteilung und ihre Freude.

An diesem Abend wanderte Gretchen zu Lene. Es kam ihr ganz wunderlich und verkehrt vor, als Lene ihr dankte; sie hatte ja danken wollen! Die Brüder zeigten mit Stolz ihr Schwesterchen und fuhren es so sanft hin und her, daß Gretchen sich darüber wunderte. „Ja, sie haben das Kleine lieb,“ sagte Lene, „und sie waren auch gegen mich gut die ganze Zeit.“ Nach einer Weile traulichen Plauderns sagte Gretchen: „Ich muß noch hinauf zur Base, die Mutter will’s, sie hat mir ein Stück Kaffeekuchen für sie mitgegeben. Gehst du nicht mit mir hinauf, Lene?“

„Nein, Gretchen, es ist mir leid, ich kann jetzt nicht fort. Aber das muß ich dir noch vorher sagen, die Bas zieht nun wirklich zu uns.“

„Aber doch nicht vor der Taufe?“

„Nein, so schnell geht das nicht. In einem Monat von heute ab kommt sie.“