„Also hast du’s ihr angeboten?“
„Ja, siehst du, ich wollte es ja eigentlich nicht. Aber wie die Kleine auf die Welt gekommen und die erste Nacht neben mir gelegen ist, da habe ich mir so meine Gedanken gemacht, was einmal aus dem Kind werden wird. Ob’s eine Frau wird oder nicht, und da ist mir’s auf einmal gekommen, vielleicht ist’s in seinen alten Tagen auch so verlassen wie die Bas da drüben, und kein Mensch will’s zu sich nehmen.“
„O nein, Lene, wie kannst du so etwas denken! Wir lassen’s doch nicht so widerwärtig werden, daß es kein Mensch mag!“
„Nun ja, es war mir eben weich zumut, und ich habe gedacht, es ist nicht recht, wenn man sich um die alten, einsamen Leute nicht annimmt, und dann habe ich mir’s vorgenommen, mein erster Ausgang soll sein zu der Bas und zu ihren Hausleuten zum Kündigen. Gestern war ich drüben.“
„Was hat sie gesagt, Lene, ist sie jetzt recht glücklich und dankbar?“
„Nun ja, weißt du, in ihrer Art schon, man muß sie eben verstehen. Aber das habe ich ihr gesagt, das Schnapstrinken müsse sie dann bleiben lassen; wenigstens dürfe sie nur so viel trinken, als ich ihr selbst hole, ein Gläschen alle Tage, und durch die Buben dürfe sie’s nicht mehr holen lassen.“
„Was hat sie dazu gesagt?“
„Ach, sie ist halt nicht so, wie sie sein sollte. Sie hat gesagt, sie trinke überhaupt nie Schnaps und wenn sie einen trinke, dann lasse sie ihn nicht durch die Buben holen.“
„Aber Lene, wenn die Base so lügt und unsere Kleine wächst neben ihr auf und hört das!“
„So weit hinaus wollen wir halt nicht sorgen, Gretchen, ich hab’s ja gut gemeint, es wird schon recht werden.“