Am nächsten Morgen trafen sich zwei Väter mit ihren Töchtern an der Bahn, Herr Reinwald mit Gretchen, der Forstrat mit Ruth. Sie waren zeitig daran. Gretchen wanderte Hand in Hand mit Ruth und die beiden malten sich den zu erwartenden Landaufenthalt in goldenen Farben aus.
Auch die beiden Väter, während sie nebeneinander auf und ab gingen, sahen hoffnungsfroh in die Zukunft. „Meine Frau ist gestern in die Heilanstalt abgereist,“ sagte der Forstrat, „und der Arzt hofft, daß sie vollständig wiederhergestellt wird, wenn es auch lange dauern kann.“ „Bei Ihrer Kleinen wird es um so schneller gehen,“ sagte Herr Reinwald, „sie sieht ja schon ganz rosig aus.“ „Das macht die Freude,“ sagte der Forstrat.
Einige Minuten später saßen die beiden Mädchen in der Bahn, winkten aus dem abfahrenden Zug den Zurückbleibenden zum Gruß, und Gretchen hörte noch ihres Vaters Zuruf: „Auf glückliches Wiedersehen, Margarete!“
Inhalt.
| Seite | ||
| 1. | Der erste Schultag | [3] |
| 2. | Lene | [15] |
| 3. | Häusliche Geschäfte | [26] |
| 4. | Die Ringelnatter | [34] |
| 5. | Die Base | [40] |
| 6. | Lehrerin und Schülerin | [48] |
| 7. | Schulstunden | [62] |
| 8. | Ausgeliehen | [72] |
| 9. | Schwierigkeiten | [96] |
| 10. | Heimlichkeiten | [117] |
| 11. | Eine Einladung | [152] |
| 12. | Bei der Königin | [175] |
| 13. | Fräulein Trölopp | [192] |
| 14. | Fragen, Antworten und ihre Folgen | [202] |
| 15. | Eine Gesellschaft | [220] |
| 16. | Wiege und Sarg | [232] |
| 17. | Eine traurige Familie | [250] |
| 18. | Schulschluß | [263] |
Von Agnes Sapper sind erschienen:
Die Familie Pfäffling. Eine deutsche Wintergeschichte. 21.-30. Tausend. Gebunden M. 3.–.
Agnes Sapper, die nur zu schreiben scheint, wenn sie etwas besonders Schönes zu erzählen weiß, bietet dieses Jahr eine „Deutsche Wintergeschichte“ unter dem Titel: „Die Familie Pfäffling“. Auf den Geist, der dies köstlich erfrischende Buch beseelt, wird ein Satz der Verfasserin aus der Widmung an ihre greise Mutter das rechte Schlaglicht werfen: „Du hast uns vor Augen geführt, welcher Segen die Menschen durchs Leben begleitet, die im großen Geschwisterkreis und in einfachen Verhältnissen aufgewachsen sind unter dem Einfluß von Eltern, die mit Gottvertrauen und fröhlichem Humor zu entbehren verstanden, was ihnen versagt war.“ Solch Gottvertrauen und Humor, ernstes Streben und herzerquickende Freude umwehen uns in dem kinderreichen Hause des schlichten Musiklehrers, der mit seiner Frau so schwer arbeiten und so vielem entsagen muß, um den Kindern eine gute Erziehung zu geben. Aber hier erfüllt sich auch das alte Wort: „Viel Kinder, viel Segen.“ Wer sich eine geruhige, erquickliche Stunde schaffen will, der lese dies Buch. Es ist keine Erzählung für Kinder, aber zur Familienlektüre mit der heranwachsenden Jugend vorzüglich geeignet.
Daheim.
Das kleine Dummerle und andere Erzählungen. Zum Vorlesen im Familienkreise. 3. Auflage. Geb. M. 3.–.