"In den Ferien nicht, aber nachher, wenn die Schule wieder anfängt, mußt du doch deine Bücher haben."
"Nach den Ferien komme ich doch wieder hieher?"
"So war's nicht gemeint, Gebhard. Die Großmutter wird dich gerne behalten. Hat dir davon der Onkel nichts gesagt?"
"Nein." Er wurde sehr nachdenklich. Die Mutter stand vor dem Koffer, hatte die Hand ausgestreckt nach den Schulbüchern, die nicht kamen. Sie sah, wie Gebhards Gesicht trübselig wurde. Jetzt schmiegte er sich an sie. "Mutter, kannst du nicht mitkommen zu der Großmutter? Hat sie bloß mich ganz allein eingeladen?"
"Nein, aber das Schwesterchen ist noch zu klein für solch eine
Winterreise und sie braucht mich doch!"
"Ja, aber Mutter, du hast viel früher einmal zu mir gesagt, wir blieben jetzt immer beisammen, der Vater und du und ich; das war so schön. Und jetzt ist der Vater fort und dann habe ich auch keine Mutter mehr!"
"O doch, Gebhard, ich bleibe ganz gewiß deine treue Mutter!" Aber Gebhard entgegnete trotzig: "So eine Mutter, die nicht bei mir ist, hilft mir gar nichts. So eine habe ich immer schon gehabt, im Himmel, aber ich möchte eine, die bei mir bleibt."
"Später, Gebhard, kommen wir gewiß wieder zusammen, aber jetzt hast du einstweilen die Großmutter. Bei ihr warst du doch früher so gern; und hier—warst du denn gerne hier im Haus, bei Onkel und Tante?"
"Nein, gar nicht gern, weil sie den Vater nicht mögen. Neulich haben sie so etwas Schreckliches über den Vater gesagt, das darfst du gar nicht hören, Mutter. Darum mag ich sie gar nicht mehr!" Tränen des Zorns kamen dem Kind bei der Erinnerung.
"Wann war denn das?"