„Mein lieber Freund Fridolin, ich freue mich, daß du dich frei und rückhaltslos mir gegenüber äußerst. Ebenso will ich dir antworten. Benta will, solange ich noch lebe, überhaupt nicht heiraten. Sie will durch die Pflichten der Ehe nicht von der Pflege ihres Großvaters abgelenkt werden. Diesen Entschluß hat sie freiwillig, ohne irgendwelche Beeinflussung schon gefaßt gehabt, bevor du in unser Haus kamst.“

„Wie gern würde ich warten,“ warf der Gelehrte ein.

„Es würde dir nichts nützen, denn Benta wird später Orman als Gatten wählen.“

„Also hat mich meine Ahnung nicht betrogen,“ seufzte Frommherz.

„Sieh, mein Freund, es ist wirklich besser, du beherzigst meinen Rat und verzichtest auf eine Verbindung mit einer Tochter unseres Volkes. Vielleicht kommt einst noch die Stunde, wo du froh darüber sein wirst, über deine Person und deine Zukunft frei verfügen zu können.“

„Dieser Verzicht auf meine schönsten Träume ist wirklich schmerzhaft,“ erwiderte Frommherz wehmütigen Tones.

„Das tut mir aufrichtig leid. Aber durch die Kraft der Selbstbeherrschung wirst du über das Gefühl des Schmerzes rasch hinwegkommen. Du bist mir sympathisch. In unserem Zusammenleben bewies ich dir dies. Und diese Sympathie wird dir auch ferner von mir gewahrt werden.“

„Um eines bitte ich dich noch, ehrwürdiger Bentan, rede nicht mit Benta über das, was ich dir vorgebracht.“

„Das hätte ich auch ohne deine Bitte nicht getan. Ich möchte nicht den harmlos schönen Verkehr zwischen dir und meiner Enkelin stören, sondern mich auch fernerhin an ihm erfreuen.“

„Ich danke dir,“ erwiderte der Erdensohn, ergriffen von der schlichten Größe des Alten. Einer Regung des Herzens folgend, streckte er ihm die Rechte entgegen, die Bentan innig drückte.