So erscheint denn nun eine Menge jener altdeutschen Personennamen nunmehr als Familiennamen, teils wenig verändert, z. B. Hildebrand, Siegfried, Amelung, teils mannigfach abgeschliffen, wie Kiesel und Geröll des Meeres im Wogenschlag der Jahrhunderte, teils sogar verstümmelt und entstellt bis zur Unkenntlichkeit.

Am deutlichsten treten hervor die zusammengesetzten Namen, von denen hier eine Übersicht der gewöhnlicheren Bildungen folgen möge, nach dem zweiten Teile der Zusammensetzung geordnet:

Durch Abfall der Schlußkonsonanten entwickelte sich aus bald, belt: ball, bel; aus fert: fer; aus old: ohl usw.

Manche dieser urspr. altdeutschen Namen treten infolge mundartlicher und anderer Einflüsse in außerordentlich vielen verschiedenen Formen auf, z. B. altdeutsch Ricohard findet sich als:

Richard, Richert, RiechertRiegertReichhardt, Reichard, ReichertRickert, RitschardRitsert;

ungerechnet die bloß orthographischen Abweichungen. Liutbald tritt gar (freilich gemengt mit Liutwald) in mehr als zwanzig Formen auf:

Liebaldt, Liebold, Liebhold, Libelt, Liebel, LiepeltLippelt, LippelLeopoldLepold, LepelLeppeltLuppoldLuboldLaubholdLeupoldLeybold, Leibel, Leibhold, Leipold, Leipel usw.

9.
Sproßformen der altdeutschen Vollnamen als Familiennamen.

a) Kürzungen und Verkleinerungen.