-in III. in ON. slawisch: urspr. besitzanzeigendes Eigenschaftswort auf inu, ina, ino von Stämmen auf a und i, z. B. Babin von PN. Baba, Gostin von Gosti = der Baba’sche, der Gosti’sche Ort (vgl. lat. Flavia d. i. urbs, von Flavus).

FN. (häufig im nordöstl. Deutschl.) Berlin. von Bonin. Cörlin. Ladenthin. von Pressentin (Stammort Prestin, früher Pressentin in Mecklenb.). von Schwerin. Bisweilen -ien geschrieben: Leppien. Scholwien (O. Leppin, Scholwin).

Ableitung auf -er:

Berliner. Dobriner. Exiner (alle drei jüdisch).

Ing- s. [Ingo].

-ing a) I. auch [-ung], patronymische Endung, wie im Angels. Vulf Vonrédes auch Vulf Vonrêding genannt wird. In sehr vielen Personen-N., die Abstammung von einem Vater oder Ahnherrn bezeichnend; am bekanntesten in der Geschichte die Merovingi, Charalingi (Karolinger), auch die Agilolfinger in Bayern und die Capetinger in Frankreich. Jetzt in vielen FN., ohne daß die patronymische Bedeutung noch gefühlt würde. (Aus der patronymischen Bed. hat sich später eine verkleinernde entwickelt, namentlich in Mecklenburg und Vorpommern in Formen wie: Männing, Hüsing, Wiesing (Luise), in welchen aber ng gesprochen wird wie in lang’, bang’.)

FN. 1) Götting (eigentl. Sohn oder Nachkomme des Gotto). Kuning. Rüding
selten ink geschrieben (nach der Aussprache): Eppink. Gerdink. Immink.
2) Hartung.

b) III. in ON., und daher auf Familien übertragen s. [-ingen].

Ingel s. [Angil] (einst. K.).

-ingen III. seit dem 8. Jh. in ON., Dativ Plur. von dem Patronymikum auf ing (s. [vorhin]), abhängig von einem Verhältnisworte, z. B. ze den Eppingen „zu den Söhnen (Nachkommen) des Eppo“ (Eberhard). Verhältniswort nebst Artikel fällt dann fort, und so entsteht der N. Eppingen.