Derselbe zeigt sich in Namen wie Schröder und Schrader, Pieper, Voß, woneben die hochdeutschen Formen (Schröter, Pfeifer, Fuchs) weit seltener vorkommen, ferner in Namen wie Kruse (besonders in Holstein, Mecklenburg, Vorpommern), Niemann, Grote (Groth), Möller, Schütte u. a.,[88] ebenso in den von Ortsnamen entlehnten auf -beck (st. -bach), -husen (st. -hausen). Selbst der ursprüngliche niederdeutsche Name von Salzwedel: Soltwedel, als Ortsbezeichnung längst verhochdeutscht, hat sich noch als Familienname erhalten.

Dazu treten die Verkleinerungen auf -ke (Lüdicke, Lemke, Wilke, Jahnke), welche hier so recht ihre Heimat und Geburtsstätte haben.

Doch überwiegt das Niederdeutsche hier im Osten, von Holstein und Mecklenburg abgesehen, nicht so wie im Westen. Es ist gerade in den Namen nicht mit solcher Entschiedenheit festgehalten worden; der Übergang in das Hochdeutsche ist merklich weiter vorgeschritten. Als ein auffallender Beweis bietet sich der Name Schulz, der in Westfalen meist noch Schulte lautet (auch in Mecklenburg häufig Schult), während dies in Brandenburg und Pommern eine seltene Form ist.

Anderseits sind entschieden hochdeutsche Formen hier nicht selten, namentlich die Deminutivbildungen mit z und l, wie Barz, Kunze, Wetzel, Neitzel, zu denen Zwitterformen wie Neitzke den Übergang bilden.

Solche Namen auch in der Landbevölkerung weisen wohl darauf hin, daß die deutsche Einwanderung in diese dem Slawentum allmählich wieder abgewonnenen Gaue, wenn auch überwiegend aus Niederdeutschland, doch teilweis auch aus oberdeutschem Sprachgebiet erfolgt ist.

Patronymische Bildungen, die in Ostholstein noch beinahe 20 v. H., in Mecklenburg aber nicht mehr 10 v. H. betragen, verschwinden weiterhin fast ganz.

Von der schwedischen Herrschaft sind einige Familien, besonders in Neuvorpommern, welches bis 1815 schwedisch war, sitzen geblieben. Doch sind diese „alten Schweden“ schon sehr dünn geworden; in einem Kataster der Stadt Stralsund vom Jahre 1844 (Verzeichnis der Hauseigentümer) fanden sich nur noch acht unzweifelhaft daher stammende Namen, wie: Sjöborg, Wallengreen, Weström.

Nun aber ist die wendische Beimischung festzustellen. Daß in diesen Landschaften außerordentlich viel wendische Ortsbezeichnungen auch nach der Rückgermanisierung in meist wenig veränderter Form stehen geblieben sind, ist schon in der Einleitung angemerkt worden (Genaueres darüber in [Beilage 3]). Dies beeinflußt nun auch die Familiennamen, welche ja zum guten Teile einfach übertragene Ortsnamen sind. Unter ihnen schlagen vor die auf ow, demnächst die auf in (betont) und witz, wie: Bütow, Grabow; Leppin, Ladenthin, Pentzien; Bublitz, Gerwitz.[89]

Neben diesen halbschlechtigen Namen, die, auf dem linken Elbufer (Altmark), auch noch in Ostholstein vereinzelt, auf dem rechten sich bis zu 10, ja in Pommern in manchen Kreisen fast bis zu 20 v. H. steigern, treten nun, zuerst in der Priegnitz, vollgültige wendische Personennamen auf, als da sind: Noack, Mitzlaff, Petrick, Nimz, Pechek.[90]