Gleich einem wilden Leuen lief er auf ihn an,

Die Schar seiner Freunde ihm jäh zu folgen begann.

Mit weiten Sprüngen setzt’ er bis vor des Saales Wand.“

[7] In der nachfolgenden Übersicht sind die einzelnen Namen in der, soweit erreichbar, ältesten und ursprünglichsten Form aufgeführt, ohne weitere Scheidung der Mundarten, worauf es hier nicht ankommt. Vgl. Abel, Die deutschen Personennamen. Förstemann, Altdeutsches Namenbuch I. Bd.: Personennamen. 1856. Zweite Auflage. 1900.

[8] Nimith eure saxas! ruft bei Nennius hist. Brit. cap. 46 Hengist den Seinen zu. ‚Von den mezzerin also wahsin Wurden sie geheizen Sahsin‘ (Annolied).

[9] Zusammensetzungen mit brunja (Brünne d. h. Panzer) und helm treten erst spät auf, im 6. Jahrh., meist erst seit dem 8. Jahrh.

[10] Lange verwechselt mit Arminius, welches wohl abzuleiten von dem Halbgott Irmino, dem kriegerisch dargestellten Wuotan, vgl. Irmingard und Armengardis; Irminfrid und Armenfred u. a.

[11] Es finden sich wohl Namen, die mit lieb zusammengesetzt sind: Liubgard, mit blid (freundlich, heiter): Bliddrud, mit flat (schön): Albofledis (Elfenschön) — aber sie sind mehr vereinzelt in der Menge. Dagegen kommt nach andern Seiten hin das eigentümlich Weibliche zu entschiedenem Ausdruck. So in den auf Rat hinzielenden Namen. Wie sehr Frauenrat bei den Germanen geehrt und beachtet wurde, beweist die Sitte, daß man erst dann in den Kampf ging, wenn die Weiber durch Los oder Weissagung erklärt hatten, daß eine Schlacht ratsam sei. Man glaubte eben in Priesterinnen und anderen geistig hervorragenden Frauen eine geheimnisvolle, weissagerische Kraft. Daher nun, abgesehen von den Zusammensetzungen mit Rat, die zahlreichen Namen, die von dem Worte run (Geheimnis, Zauber) gebildet sind: Runhild, Friderun (Friedenszauberin), Sigirun (Siegzauberin). Das Schaffen des Weibes im geschlossenen häuslichen Kreise heben die Namen auf gard hervor, wie Adalgard, Irmingard, das Bergen (schützen, bewahren) die auf birga (berga) und burg, die sämtlich weiblich sind: Amalabirga, Dietberga, Sigiburg, Waltburgis.

[12] Im Deutschen sind sie es fast ausnahmslos, da auch die einfach scheinenden Namen meist Kürzungen aus zusammengesetzten sind. Eine ganz sichere Ausnahme bilden nur einige partizipiale Formen, wie Wigand, Heiland.

[13] Es sind diese altdeutschen Personennamen eine Saat, die über die ganze europäische Welt ausgestreut ist. Denn den romanischen Völkern haben sich später auch die Slawen und die Madjaren angeschlossen, so daß jetzt bei allen christlichen Nationen Europas und Amerikas diese altdeutschen Namen, wenn auch mannigfach umgewandelt und zum Teil entstellt, sich wiederfinden, zunächst als Vornamen (s. die reichhaltige Zusammenstellung von Michaelis: Vergleichendes Wörterbuch der gebräuchlichsten Taufnamen. Berlin 1856) — aber auch, wenigstens bei den Romanen, als Familiennamen, z. B. bei den Franzosen: Bertrand (Berhtrand), Arnaud (Arnold), Gautier (Walter), Guéroult (Gerold), Regnier (Reginher, Reiner), Baudouin (Balduin), Thibaut (Theobald); bei den Italienern Gualtieri (Walter), Garibaldi (Garibald), Ruggiero (Rüdiger), Sismondi (Sigismund).