[14] Abel, Personennamen, S. 44 f.
[15] Strackerjan, Die jeverländischen Personennamen. Dergleichen Kürzungen finden sich noch jetzt in Mundarten häufig, mit der vollen Endung o besonders im Friesischen: Edo, Ecko, Luddo, Willo, s. Allmers, Marschenbuch, Land- und Volksbilder aus den Marschen der Weser und Elbe 1861, S. 139, wo ein Verzeichnis von 30 solcher Vornamen gegeben wird, bei denen freilich o jetzt auch schon meist in das klanglose e abgeschwächt ist, wie in den norddeutschen Formen Ede (Eduard), Lude (Ludwig). — Der umgekehrte Fall, daß nämlich eine Kürzung im Anlaut eintritt, ist selten und dann wohl durch besondere Einflüsse, namentlich fremder Sprachen, zu erklären. So Prandus aus Rotprandus (Stark, Die Kosenamen der Germanen, S. 13), Role für Karl aus der latinisierten Form Carôlus.
[16] Nach Starks Beobachtungen (S. 52 ff.) sind die ältesten Verkleinerungsformen die auf i, demnächst die mit l (nachweislich aus dem 1. Jahrh. nach Christo), während solche mit k erst seit dem 4. Jahrh. auftreten. Alle drei Formen waren bei den gotischen Stämmen sehr beliebt; Sachsen und Friesen dagegen verwendeten vorzugsweise k, selten t (entsprechend dem ahd. z). Bei den oberdeutschen Stämmen erscheinen Deminutiva mit l in überwiegender Zahl, seltener solche mit z (in sicheren Belegen erst seit dem 8. Jahrh.). Nur sparsam, und zwar erst vom 7. Jahrh. an, finden sich Deminutiva mit ch; sie sind wahrscheinlich niederdeutschem Einfluß zuzuschreiben, der z. T. durch Kolonisation hervorgerufen ist. L und k können jede Stelle einnehmen, z scheint auf die erste beschränkt zu sein.
[17] Gewöhnl. „Koseformen“, eine Benennung, die Steub in seinen „Oberdeutschen Familiennamen“ S. 34 mit Recht als etwas „budoirmäßig“ klingend tadelt und für die er „Schmeichelform“ vorschlägt. Im Gegensatze zu ihnen werden die unverkürzten Namen wie Godberaht, Sigbert Vollnamen genannt.
[18] Pauli, Über Familiennamen, insbes. die von Münden. Progr. I, S. 8 f.
[19] Abel S. 45–48. — Becker, Die deutschen Geschlechtsnamen, ihre Entstehung und Bildung. Programm der Gewerbeschule zu Basel. S. 17 f.
[20] Übrigens wurden auch Träger alter deutscher Namen zu Heiligen gestempelt, und dadurch wurde der Erhaltung dieser Namen selbst Vorschub getan. Solche Heiligennamen weisen die Kalender in großer Zahl nach, z. B. Alfons, Gottschalk, Hildebrand, Hubert (Patron der Jäger), Otto, Wilibald u. a. m.
[21] Förstemann, Über die Bildung der Familiennamen in Nordhausen im 13. und 14. Jahrhundert, Progr. S. 4.
[22] Klempin, Diplomatische Beiträge zur Geschichte Pommerns aus der Zeit Bogislaws X. 1859. Zur Veranschaulichung setzen wir ein Verzeichnis der „Praepositi, Dhumpraueste“ des Bistums Kammin her:
- Sifridus 1175–85
- Conradus 1186–1216
- Thietmarus 1222
- Pribzlaus 1224–32
- Florentius 1233–40
- Conradus 1241–49
- Lambertus 1253–91
- Johannes 1297–99
- Hildebrandus 1303–15
- Reymarus (de Wacholt) 1317–23
- Fridericus de Stalberg 1326
- Barnim de Werle 1330–33
- Conradus dictus de Gripeswold 1333–36
- Bernardus Bere 1336–51
- Marquardus de Tralowe 1354–68
- usw.