[41] Diese Namen, die Pauli aus Hannover und Ostfriesland beibringt, beruhen auf der Einwirkung des Holländischen, wo noch häufig das de erscheint; man denke an de Ruyter, de Vrient (Devrient) u. a.

[42] Zum Teil mögen sie auch von Wirtshausschildern entlehnt sein.

[43] Aus älterer Zeit (niederdeutsch): Musekensteker (Mäuschenstecher), Duvendriver (Taubentreiber).

[44] An Scherzen über diese Namen, insbesondere über Schulze und Müller, hat es nicht gefehlt. Angeblich lebten im Jahre 1880 30000 Schulzes innerhalb des Zollvereins. Lustspiele sind auf der Häufigkeit dieses Namens erbaut worden, ebenso wie auf der Verwechselung von Müller und Miller. — Um diese vielen Namensvettern zu unterscheiden, hat der Volksmund zu allerhand Zusammensetzungen seine Zuflucht genommen: Sünden-Müller (bedeutender Theolog, dessen Hauptschrift „Die Lehre von der Sünde“ ist), Linden-Müller (ein Berliner Volksredner aus dem J. 1848, der seine Vorträge „Unter den Linden“ hielt). Flausch-Müller (ein nach seinem Rocke benannter Student); Blut-Schulze (der Physiolog), Graupen-Schulze (ein Berliner Kaufmann), Theater-Schulze usw.

[45] Von diesen ist jedoch ein guter Teil als nicht hergehörig auszuscheiden, da sie (nach Steub, Oberd. Familiennamen S. 148) Ableitungen von Ortsnamen sind auf heim, oberbayr. ham: Mooshammer = Moosheimer, Forchhammer. Überhaupt ist bei dieser Klasse Vorsicht vonnöten, insofern viele Namen nur scheinbar hierher gehören, in Wahrheit aber auf andere Quellen, namentlich auf Personennamen zurückgehen, z. B. Rost (auch althochd. Rusto, der Gerüstete), Kasten (st. Karsten) auf Christian.

[46] Johann Rickweg, Zimmermann und kühner Schmuggler, der 1813 im Lande Wursten durch seine feurige Beredsamkeit einen Aufstand gegen die Franzosen zu stande brachte, wurde nach seiner beständigen grünen Kleidung im Volke nur Jan Grön genannt (Allmers, Marschenbuch S. 228).

[47] Bekannt ist aus Coopers amerikanischen Romanen der „Lederstrumpf“, so benannt von den Moccasins, die dieser alte Jäger nach indianischer Sitte zu tragen pflegte. Wie leicht sich solche Benennungen noch jetzt bilden, möge das Beispiel jenes Kapitäns Dilger beweisen, der, ursprünglich preußischer Artillerieoffizier, 1864 nach Amerika ging und als Befehlshaber einer Batterie in das Heer der Nordstaaten trat, wo er sich durch Kühnheit und Ausdauer hervortat und unter dem Spitznamen „Lederhose“ jedem Offizier und Soldaten bekannt war. „Während des Kampfes stand er immer da in Hemdärmeln und seinen glatt anliegenden Hosen von Hirschleder.“

[48] Schon im J. 905 in Verona ein „Johannes, qui alio nomine Braccacurta vocitabatur“.

[49] Rud. Schultze, Die Modenarrheiten. Ein Spiegelbild der Zeiten und Sitten für das deutsche Volk. 1868.

[50] Nicht aber Reichwein, Trautwein u. a., die mit dem alten win (nicht wîn) „Freund“ zusammengesetzt sind. Auch Altwein und Gutwein sind schon zweifelhaft wegen altdeutsch Aldwin und Godwin.