»Freudig trete herein, und froh entferne dich wieder!
Ziehst du als Wandrer vorbei, segne die Pfade dir Gott!«

Abb. 19. Jena.
(Nach einer Photographie von Junghanns und Koritzer, Leipzig-Meiningen.)

Die drei Schlösser ([Abb. 16]), umgeben von üppigen Gärten, gewähren reizvolle Blicke ins Saalthal und in die Landschaft. Goethe hat hier oft geweilt, um Ruhe und Frieden zu suchen, und schilderte mit warmer Empfindung den Ausblick ins Thal:

»Weithin gestreckte, der belebenden Sonne zugewendete, hinabwärts gepflanzte, tief grünende Weinhügel; aufwärts an Mauergeländern üppige Reben.... Von diesen würdigen landesherrlichen Höhen sah ich ferner in einem anmutigen Thale so vieles, was, dem Bedürfnis des Menschen entsprechend, in allen Landen weit und breit sich wiederholt. Ich sehe zu Dörfern versammelte ländliche Wohnsitze, durch Gartenbeete und Baumgruppen gesondert; einen Fluß, der sich vielfach durch Wiesen zieht; Wehr, Mühlen, Brücken folgen aufeinander; die Wege verbinden sich auf- und absteigend. Gegenüber erstrecken sich Felder an wohlbebauten Hügeln bis an die steilen Waldungen hinan, bunt anzuschauen nach Verschiedenheit der Aussaat und des Reifegrades. Büsche hie und da zerstreut, dort zu schattigen Bäumen zusammengezogen.«

Abb. 20. Burgkeller in Jena.

Tautenburg. Bürgel.

Jenseits der blendenden Muschelkalkhöhen des Ostufers liegt ins Grün gebettet das rings von herrlichem Buchenwald umgebene Dorf Tautenburg, mit den Resten eines Bergschlosses, das einst der Sitz des Geschlechts der Schenken von Tautenburg war. Es steht nur noch der alte dachlose Bergfried, rings von Schutt umgeben, während das im XIV. Jahrhundert erbaute Schloß abgebrochen und aus seinen Steinen das Schloß Frauenprießnitz errichtet wurde. Vom Saalufer führt das Thal des Gleisbachs hinauf zum weimarischen Städtchen Bürgel (1650 Einw.), in dessen Nähe reiche Thonlager vorhanden sind, die das Material für die bekannten Bürgeler Töpferwaren liefern. Das benachbarte Thalbürgel, auch Kloster Bürgel genannt, ist berühmt wegen des 1133 gegründeten Benediktinermönchklosters, das aber 1525 aufgehoben wurde. Die Kirche, zum Teil Ruine des Klosters, wurde 1142 als romanische dreischiffige Pfeilerbasilika gebaut und erlitt später mehrere gotische Veränderungen.

Jena.