Abb. 80. Thüringische Tracht.
(Nach einer Photographie von G. Jagemann in Eisenach.)
Der lohnende Anbau von Getreide hört in einer Höhe von etwa 600 m auf. Zuerst schwindet nach der Höhe zu der Weizen, nach ihm die Gerste, während Roggen und Hafer noch über diese Höhe hinaus sich verbreiten. In kühlen regenreichen Sommern erreicht das Getreide in der Höhe des Rennsteigs oft die Reife nicht und wird dann als Grünfutter verbraucht. Die Roggenernte ist durchschnittlich in der Merseburger Gegend Mitte und Ende Juli, in Ilmenau Anfang August, in Gehlberg Anfang bis Mitte September. In den höchsten Gegenden steht oft noch Mitte Oktober der Hafer auf dem Felde. Ölpflanzen und Hülsenfrüchte reichen nur bis 500 m Höhe, nur der Flachs und die Kartoffeln steigen weiter empor, so daß die Kartoffel manchmal noch zwischen 700 und 800 m gut gedeiht. Das Wachstum der Feldpflanzen ist im allgemeinen nach der größeren Erhebung des Geländes arm und dürftig. Sehr anschaulich wirkt nach dieser Hinsicht der Vergleich einiger Blütezeiten. Die Traubenkirsche blüht in Leutenberg durchschnittlich am 8. Mai, in Coburg am 12. Mai, in Ohrdruf am 17. Mai, in Oberhof am 30. Mai; die Apfelblüte tritt in Leutenberg am 9. Mai ein, in Coburg am 14. Mai, in Ohrdruf am 21. Mai, in Oberhof am 5. Juni; Syringen blühen zuerst in Leutenberg am 15. Mai, in Coburg am 19. Mai, in Ohrdruf am 24. Mai und in Oberhof am 8. Juni. Auf der Höhe des Frankenwaldes werden in warmen Jahren die Kirschen noch reif bis zur Höhe von 700 m, doch ist das Fleisch der Frucht geringer entwickelt als der Stein. Andere Obstsorten gedeihen nur gut bis zur Höhe von 500 m, ebenso die Gurken und die feineren Gemüse. In den geschützten Lagen des Saalthales kommen auch zartere Obstsorten und prächtige Walnußbäume fort, ebenso im unteren Werrathal und im Gebiete zwischen Langensalza und Naumburg.
Abb. 81. Altenburgische Tracht.
Abb. 82. Altenburgische Tracht.
Abb. 83. Altenburgische Brauttracht.
Wald.