Abb. 129. Lutherdenkmal in Möhra.

Abb. 130. Salzungen.
(Nach einer Photographie von Sophus Williams in Berlin.)

Treffurt. Creuzburg. Südvorland.

Nach Südosten streckt sich vom oberen Eichsfeld der breite Muschelkalkrücken des Hainich, dessen Höhen mit prächtigen Buchenwäldern bewachsen sind und nirgends 500 m Höhe erreichen. Der Muschelkalk reicht hier südlich bis zur Hohleite (387 m), den Hörselbergen und den Krahnbergen westlich von Gotha. An einigen Stellen lagern über den Triasschichten in unbedeutender Entwickelung Thone mit Sandstein und Kalkbänken, die dem Lias (Jura) zugehören, so auf der Hohleite und dem Moseberg (nordwestlich von Eisenach), am Seeberg (bei Gotha) und am Röhnberg (in der Nähe der drei Gleichen). Der Muschelkalk reicht westlich weit bis ins hessische Gebiet; in zahllosen Schlangenwindungen hat sich die Werra ihr tiefes Bett in den Muschelkalk eingesägt. Hier liegt das preußische Städtchen Treffurt (2000 Einw.), nördlich bewacht von der Burgruine Normannstein, südlich vom steil bis 501 m aufragenden Heldrastein. Das alte Creuzburg (1800 Einw.) ist weimarisch und war einst die Sommerhauptstadt der thüringischen Landgrafen. Die alte Verkehrsstraße zog früher über Creuzburg nach Frankfurt, seit Eröffnung der thüringischen Eisenbahn ist der Ort aber von allem Verkehr verlassen und ein stilles Landstädtchen geworden. Nahebei liegt das kleine Solbad Wilhelmglücksbrunn. Am Durchbruch der Werra liegt in anmutiger Gegend das Dorf Hörschel, urkundlich schon im X. Jahrhundert genannt, der westliche Endpunkt des Rennsteigs. In der Nähe des Dorfes Lauchröden ragen die Ruinen der Brandenburg empor.

Abb. 131. Schloß Landsberg.

XIV.

Das Eltethal ist im unteren Teile von beackerten Höhen eingefaßt, nimmt weiter oben das Gepräge eines stillen Waldthals an, dessen Sohle aber noch mit Feldern und Wiesen besetzt ist. Südlich des Dorfes Förtha erhebt sich die basaltreiche Pflasterkutte, nördlich die Stoppelkuppe, deren Basalte noch heute gebrochen werden. Der Zechsteingürtel, der hier das Eltethal überspringt und bis über Liebenstein hinaus sich fortsetzt, war früher für den Bergbau von Bedeutung, der bei Möhra, Kupfersuhl und Schweina auf Kupfer betrieben wurde und von dem noch heute so manche grün bewachsene Halde Zeugnis gibt. Nach der Gebirgsseite erstreckt sich das Rotliegende, und auf ihm wachsen die üppigen Buchenwälder, die bis zu den Höhen des Rennsteigs hinaufreichen. Dem Gebirgswall Thüringens ist hier ein welliges Südvorland vorgelagert, wo fast parallel mit der Hauptrichtung des Thüringerwalds die Werra in einem breiten offenen Thale nach Nordwesten zieht. Die Werra ist nach Größe und Namen der Quellfluß der Weser (Wisaraha, Wirraha = Westfluß); Weser und Werra sind nur verschiedene Namen für dasselbe Wort.