Am Fuße des Ellenbogen (813 m) entspringt die Felda, die zuerst eine wellige Hochfläche durchströmt, unterhalb Kaltennordheim in ein enges Buntsandsteinthal tritt, das sich aber später erweitert, während der unterste Teil ein enges Felsenbett bildet. Die Quelle liegt 660 m hoch, die Mündung bei Dorndorf 230 m. Bis zum weimarischen Markte Kaltennordheim (1650 Einw.), reicht die schmalspurige Felda-Eisenbahn. Das Eisenacher Oberland ist klimatisch nicht günstig gestellt, ein langdauernder Winter und kalte Winde mindern den Ertrag der Landwirtschaft. Das Gebiet trägt im allgemeinen den rauhen Charakter der Rhön. Ein Zeichen von wirtschaftlicher Schwäche ist die ziemlich lebhafte Auswanderung der Bevölkerung. Zwischen buchenbewaldeten Bergen liegt der Markt Dermbach (1150 Einw.), wo 600 Menschen mit Korkschneiderei beschäftigt sind. Im Feldathale wird in Schnitzerei und Drechslerei viel Hausindustrie getrieben, deren Hauptort Empfertshausen ist, von wo aus meist für Ruhla, aber auch für Eisenach, Fischbach, Cabarz und Waltershausen gearbeitet wird. Eine vom Staate unterstützte Fachschule sorgt für künstlerische Ausbildung. Das weimarische Lengsfeld (1200 Einw.) ist die einzige Stadt im Feldathale. In dem meiningischen Gebietsteil Dietlas wurde in einer Tiefe von 436 m Steinsalz erbohrt. Ein weimarischer Landesteil liegt, rings von bayerischem Gebiet umschlossen, an den Ostabhängen der Rhön bis über den Streubach hinaus. Der Hauptort ist hier Ostheim (2300 Einw.), eine alte Stadt, die 804 dem Stifte Fulda geschenkt wurde und deren alte Mauern und Türme noch großenteils stehen. In der Umgebung sind viele Mühlen, und es wird erheblicher Kirschenbau getrieben.

Abb. 135. Feste Heldburg.
(Nach einer Photographie von Junghanns & Koritzer, Leipzig-Meiningen.)

Ostheim.

Auf einer dicht bis zur Werra vortretenden Sandsteinkuppe liegt im Buchenschatten die Kraienburg, ein ehemaliger Wachtposten für den entlang der Werra ziehenden Handelsweg. Von den letzten Resten der aus dem XII. Jahrhundert stammenden Burg wurden die Säulen aus den romanischen Fenstern gebrochen und bei der Wiederherstellung der Wartburg zur Ausschmückung der offenen Halle im Burggärtlein benützt. Viele Mauersteine der Burg wurden in dem an der Werra liegenden Dorfe Tiefenort (1750 Einw.) zu Häusern verbaut. In der Nähe besteht ein Kalibergwerk. Überall im Südvorlande tauchen aus der Masse des Buntsandsteins und Muschelkalks kegelförmige Inseln von Basalt empor. Einer der schönsten Gipfel ist der Bleßberg (645 m), von dessen schön bewaldeten Hängen das Arnbachthal zur Werra hinabführt. Hier liegt Salzungen (4400 Einw.), urkundlich schon im VIII. Jahrhundert erwähnt, im Grenzgebiete des alten Westergaus, von Henneberg und Franken. Das Salzwerk hat großen Reichtum an Sole, die in verschiedenen Quellen von 5 bis 27 vom Hundert Salzgehalt hat; der Jahresversand von Salz beläuft sich auf 125000 bis 150000 Metercentner. Als Badeort wird Salzungen jährlich von über 2000 Personen besucht. Der Salzunger See ist durch einen Erdfall entstanden ([Abb. 130]). Am Lindenberg bei Leimbach wurde eine Kohlensäurequelle erbohrt, die unter einer Druckspannung von 32 Atmosphären dem Boden entströmt und in einem Kohlensäurewerk verarbeitet wird. Gegenüber von Salzungen am rechten Werraufer stand ehemals Kloster Allendorf, heute nur noch im Namen erhalten, und die Burg Frankenstein, die schon 1330 im Verfall war und dem Geschlechte der Frankensteiner gehörte, die einst auch die Frankenburg bei Helmers, die Burg auf dem Mätilstein bei Eisenach, Altenstein und die Kraienburg besaßen.

Meininger Oberland.

Vom hohen Rain (701 m) und der Stoffelskuppe (616 m) rinnen die Quellwasser der Rosa hinab, in deren anmutigem Thale einst eine alte Heerstraße aufwärts führte. Oberhalb Roßdorf schimmern einige Waldteiche, über denen sich die aus Sandstein und Muschelkalk emporragenden Basaltköpfe aufbauen; hier kam es 1866 zum Kampfe zwischen Preußen und Bayern. Georgenzell war, wie schon der Name andeutet, ein Anfang des XIV. Jahrhunderts gegründetes Cistercienserkloster, das nur wenig länger als 200 Jahre bestand. Viel hatte diese Gegend zwischen Werra und Rhön im Bauernkriege und im dreißigjährigen Kriege zu leiden. Manch einsames Haus oder von Pflanzen überwucherte Mauerreste zeugen von verschwundenen menschlichen Siedelungen, und Flur- oder Forstnamen deuten auf eine bewegte Vergangenheit. Der Name der Kilianskuppe (510 m) erinnert an den Heidenapostel Kilian, den Schutzheiligen Würzburgs, der hier 687 eine Kapelle errichtet haben soll, also 60 Jahre früher, als Winfried (Bonifatius) die kleine Kirche auf dem Altenstein gründete. Zwischen Rosa- und Schwarzbachthal dehnen sich die schönen Jagdgründe des weimarischen Zillbachs aus. Westlich der Zillbacher Waldungen liegt das im Bauernkriege gefallene Kloster Sinnershausen, ehemals ein besuchter Wallfahrtsort, heute ein von Hecken und Waldbäumen umgebener Gutshof.

Abb. 136. Hof der Feste Heldburg.
(Nach einer Photographie von Junghanns & Koritzer, Leipzig-Meiningen.)

Wasungen.