Die theologisch-philosophische Stiftung. — Im Dezember 1872 übergab ein Freund der Universität anonym einem von ihm selbst bezeichneten und später durch Cooptation sich ergänzenden Curatorium von drei Professoren die Summe von Fr. 20,000 zur Unterstützung der Studien in den Disciplinen der Theologie und Philosophie. Der Ertrag des Kapitals soll seine Verwendung finden für Ausschreibung von Preisfragen aus den Gebieten der genannten Wissenschaften, oder Ertheilung von Stipendien an Studierende der Universität Basel hauptsächlich zu wissenschaftlichen Reisen. Die Verwaltung der Stiftung besorgt das Curatorium, und es wird nur der Status des jeweiligen Vermögens in die Universitätsrechnung aufgenommen; am 31. Dezember 1884 betrug derselbe Fr. 26,066.
Zu der Bibliothek gehört:
Die Episcopius-Stiftung. — Im Oktober 1881 hat Herr Dr. Gottlieb Bischoff sel. in dankbarer Erinnerung an seinen Vorfahr, den Buchdrucker Nicolaus Episcopius, dem Oberbibliothekar die Summe von Fr. 1000 übergeben, um aus dem Ertrage Werke über die Geschichte der Buchdruckerkunst und des Buchhandels für die Universitätsbibliothek nach freier Wahl anschaffen zu können. Bei Ablage der Bibliotheksrechnung wird über den jeweiligen Stand dieser Stiftung berichtet.
Schliesslich haben wir noch drei Stiftungen zu besprechen, die sich auf die Kunstsammlung beziehen.
Die Samuel Birmann'sche Stiftung. — Herr Samuel Birmann-Vischer sel. hat durch sein am 15. August 1844 geschriebenes und am 30. September 1847 eröffnetes Testament zu Haupterben seines Vermögens ernannt: zur Hälfte die Universität, zum Viertel den Spital und zum Viertel das Waisenhaus.
Nach dem am 4. Februar 1859 erfolgten Tode der Frau Witwe Birmann geb. Vischer, welche die Nutzniessung des hinterlassenen Vermögens hatte, wurde entsprechend den testamentarischen Bestimmungen die Verwaltungskommission gebildet aus zwei Vertretern der Universität, einem Vertreter des Spitals und einem Vertreter des Waisenhauses. Das dieser Kommission eingehändigte Vermögen bestand aus Werthtiteln, und zwar hauptsächlich Actien von Banken, Eisenbahn- und Versicherungs-Gesellschaften und dem Landgute vor dem Spalenthor. Entsprechend den im Testamente deutlich ausgesprochenen Bestimmungen sind diese Titel zum grössten Theile behalten worden und haben die vom Testator ausgesprochene Erwartung eines mit der Zeit zunehmenden Nutzens gerechtfertigt; das Landgut wurde in den Jahren 1860 und 1861 zu damals günstigen Bedingungen verkauft, und seither ist ein ganzes Quartier auf seinem Boden entstanden. Während die für Spital und Waisenhaus bestimmten Antheile einstweilen noch zum grössten Theile den Verwandten des Testators zu Gute kommen, erhielt die Universität den vollen Ertrag ihrer Hälfte seit 1860. Diese Summe ist ganz für die Kunstsammlung bestimmt und wird desshalb auch direkt an die derselben vorstehende Kommission abgeliefert; sie soll nach dem Testament ausschliesslich verwendet werden für Ankauf schweizerischer Kunstwerke, Unterstützung talentvoller Künstler aus Basel-Stadt, Honorierung des Custoden der Kunstsammlung und Aufstellungskosten der Birmann'schen Sammlung. Das Stiftungskapital ist laut der auf den 1. Februar 1885 abgeschlossenen, von der Verwaltungskommission genehmigten und der Regenz mitgetheilten Rechnung gewerthet zu Fr. 487,377. Der jährliche Ertrag war in den letzten zehn Jahren im Mittel etwas über Fr. 30,000, wovon also die Hälfte an die zur Universität gehörige Kunstsammlung ging.
Die Bleiler'sche Stiftung. — Von dem Ehepaar Bleiler-Mieg sel. sind im Jahre 1858 laut testamentarischer Verfügung der Kunstsammlung des Museums Fr. 10,000 zugekommen; die eine Hälfte bestimmt zur Anschaffung von Kunstgegenständen, der Ertrag der andern Hälfte zur Unterstützung eines fleissigen und bedürftigen, sich zur Ausbildung in Rom aufhaltenden Basler Künstlers. Die Stiftung wird von der Kunstkommission verwaltet; der letzte Rechnungsabschluss ergab als Saldo auf neue Rechnung Fr. 18,157.
Das Singeisen'sche Legat. — Jungfrau Magdalena Singeisen sel. vermachte durch das im Jahre 1870 publicierte Testament dem Museumsfond der Stadt Basel die Summe von Fr. 17,000 mit der Bestimmung, dass die Zinsen davon vorerst ihrer Dienstmagd während Lebenszeit ausbezahlt werden sollen. Nach deren Tode soll dieser Zins zur Unterstützung älterer und bedürftiger, in Basel wohnender Künstler verwendet werden. Diese früher von der Museumskommission verwaltete Stiftung wird jetzt von der Kunstkommission besorgt.
Wir haben hier nur die zu Gunsten der Universität gemachten Stiftungen besprochen, welche öffentlich von der Universität verwaltet werden und über welche also auch die Universitätsrechnung berichtet; andere, theils für die Universität im Allgemeinen, theils für einzelne Anstalten oder Sammlungen derselben bestimmte Stiftungen verwalten Privatvereine, insbesondere die Akademische Gesellschaft und der Museumsverein. Auskunft über dieselben ist zu finden in den jährlich veröffentlichten Berichten dieser Vereine, sowie in der soeben herausgekommenen fünfzigjährigen Geschichte der Akademischen Gesellschaft.