19. Ohrenklinik.

Die Ohrenklinik hat den Zweck, Studierenden Unterricht zu ertheilen in der Kenntniss und Behandlung der Erkrankungen des Gehörorgans und zugleich angehenden Ohrenärzten und sonstigen Interessenten Gelegenheit zu geben zu wissenschaftlichen Arbeiten und weiterer Ausbildung in der theoretischen und praktischen Ohrenheilkunde.

In früherer Zeit widmete der 1868 verstorbene Prof. Dr. Streckeisen diesem Gebiete sein besonderes Interesse und stellte auch mit Vorliebe gehörkranke Kinder in der Klinik des Kinderspitals vor; eine eigentliche Ohrenklinik bestand jedoch in Basel nicht. — Diese wurde durch den jetzigen Vorsteher im Jahre 1876 eröffnet und umfasst:

I. Otologisches Institut. — Dasselbe befindet sich im Universitätsgebäude in zwei demselben von der hohen Curatel zugewiesenen Zimmern.

Nebenbei bemerkt, ist diese höchst willkommene Zuweisung eines Lokals für das otologische Institut die einzige Unterstützung, welche von Seite des Staates der Ohrenklinik zu Gute kommt und werden, abgesehen von dem jährlich dem Institut zufallenden Fakultätsbeitrag (circa 50 Fr.), die Kosten der Ohrenklinik von dem Vorsteher derselben getragen.

Die beiden Zimmer des Institutes dienen als Arbeitszimmer und zugleich als Aufstellungsraum für die Sammlung, welche eine grosse Reihe von Präparaten normal-anatomischen und pathologisch-anatomischen Inhalts enthält. Die Sammlung ist in erster Linie bestimmt zu Demonstrationen bei den Vorlesungen, dann aber auch zur Erweiterung unserer Kenntnisse über Anatomie und Pathologie des Ohres überhaupt.

II. Ohrenklinik. — Diese wird jeden Dienstag von ½3-½5 Uhr abgehalten in der Wohnung des Vorstehers. (St. Albanvorstadt 42).

Die Patienten erhalten unentgeltliche Konsultation, Operationen u.s.w., jedoch nicht Gratis-Medikamente.

Ein kleiner Fond von Fr. 100, den ein in der Ohrenklinik geheilter Patient aus Dankbarkeit dieser später zur Verfügung stellte, wurde benützt zur Anschaffung von Spritzen und ähnlichen Instrumenten, welche an Unbemittelte abgegeben werden.

Im Jahre 1876 besuchten die Ohrenklinik 82 Patienten mit 324 Konsultationen, im Jahr 1883 dagegen 317 Patienten mit 414 und im vorigen Jahre 320 Patienten mit 455 Konsultationen.