203.

EIn Arzt fühlte einem Kalender den Puls; der Kalender war aber gewohnt, dieses einschläfernde Mittel, das Bhang heißt, zu gebrauchen. Der Arzt erkannte leicht, daß seine ganze Krankheit nur der Hunger war; drum ließ er alsbald eine Schüssel Pilaf bereiten und setzte sie dem armen Teufel vor.

Nachdem der alles aufgegessen hatte, schrie er: »O du gütiger Arzt, ich kenne noch zwanzig andere Kalender, die an derselben Krankheit leiden wie ich; ich will sie dir bringen und du kannst an ihnen die Wirksamkeit deiner Arznei versuchen.«

204.

EInes Tages kam ein Arzt auf seinem Wege an einer Begräbnisstätte vorbei; alsbald schloß er die Augen. Sein Sohn fragte ihn: »Warum tust du so?«

Der Arzt antwortete: »Ich will es vermeiden, die zu sehn, die hier sind; denn hier sind die begraben, die an meinen Tränkchen gestorben sind.«

205.

DEr Hodscha war zum Lehrer und Hofmeister des Sohnes des Königs bestellt worden. Nun empfahl er sich bei dem Prinzen regelmäßig, wann zum Mittagsgebete gerufen wurde. Einmal aber fuhr der Hodscha trotz diesem Rufe mit der Brille auf der Nase fort zu lesen; da sagte der Prinz: »Es ist das Zeichen zum Gebete gegeben worden; wir sind jetzt frei.«

Der Hodscha antwortete: »Ich habe es nicht gehört.«

»Wenn das so ist,« sagte der Prinz, »dann hättest du die Brille über die Ohren nehmen sollen statt über die Augen.«