Aber der Hodscha antwortete, ohne irgendwie ungehalten zu sein: »Glaub es mir: wenn du keinen Schwanz kaufen und kein Loch verkaufen willst, so hast du auf dem Markte nichts zu tun.«
272.
EInes Tages stieg der Hodscha auf die Kanzel und sagte: »Danken wir Gott, Muselmanen, daß er sich in seiner Allmacht einen Palast hat erbauen können ohne Säulen; denn sonst hätte er Steinbäume gebraucht, und deren Früchte hätten uns, je nachdem sie reif geworden wären, beim Herunterfallen erschlagen.«
273.
ALs der Hodscha einmal seine Straße ging, fand er ein totes Huhn auf dem Wege liegen. Augenblicklich hob er es auf; er trug es heim, rupfte und kochte es und setzte es auf den Tisch. Da schrien die Leute, die dabei waren: »Aber Hodscha, das Huhn ist unrein; es hat ja sein Leben nicht durch die Hand eines Menschen verloren.«
»Ihr Narren,« schrie der Hodscha, »soll es denn unrein sein, weil es Gott getötet hat und nicht ihr?«
274.
EIner von den Nachbarn des Hodschas Nasreddin war gestorben, und die andern luden den Hodscha ein, die vorgeschriebenen Bräuche zu vollziehen. Er sagte bereitwillig zu; er begleitete sie, der Tote wurde gewaschen, ins Leichentuch gehüllt und auf den Friedhof getragen und nach dem Gebete legte man ihn ins Grab. Als sich dann die Leute anschickten, wegzugehn, sagte der Hodscha: »Bezahlt mir, was mir für das Begräbnis zukommt.«
»Das ist billig,« sagten sie.
Sie befriedigten ihn und zerstreuten sich. Als aber jeder zu seinem Geschäfte zurückgekehrt war, band er den Sarg zusammen und trug ihn zu einem Flusse und ließ ihn dort; bald erfaßte ihn die Strömung und riß ihn fort. Unterdessen ging der Hodscha im ganzen Viertel herum und sagte: »Der Mann war reich an geheimen Verdiensten; er hat, tot, wie er war, samt seinem Sarge das Grab verlassen und ist zum Himmel gefahren.«