Nach einigen auf diese Weise verbrachten Tagen begannen die Hunde unter dem Stachel des Hungers unruhig zu werden; und der Hodscha schrie: »Nur Geduld! wir werden schon sehn, wie sie sich aus der Sache ziehen werden.«

Nun war in dem Garten ein großer Stein, unter dem irgendjemand einen Topf voll Goldstücke verborgen hatte. Diesen Stein schob ein Hund bei seinen Bemühungen, etwas für seine Zähne zu finden, weg und warf dabei den Topf um, so daß der zerbrach; das Gold ergoß sich auf den Boden.

Der Hodscha las die Münzen auf; dann ent ließ er die Hunde und schrie: »Ach, die armen Kerle: ich hab ihre Ehrlichkeit ungerecht in Verdacht gehabt; aber warum haben sie mich nicht zur Frist bezahlt?«

278.

EInes Tages sagte sich der Hodscha, als er auf den Markt ging: »Es heißt achtgeben, daß ich nicht bestohlen werde«; und er tat seine Kürbisse in einen Sack und warf ihn über seine Schultern. Auf dem Markte angelangt sah er nun vor ihm einen Mann gehn, der früher hinter ihm gegangen war, und der trug auf dem Rücken einen Sack mit Kürbissen, der ebenso aussah wie der seinige. Da fragte er sich: »Wenn der, der da vorne geht, nicht ich bin, wer kann es dann sein? Wahrhaftig, ich verstehe es nicht.«

279.

ALs der Hodscha eines Tages öffentlich das Morgengebet sprach und zu der Lobpreisung Gottes kam, stellte er sich aufrecht hin und verkündete zwei- oder dreimal mit geläufiger Zunge die Anrufung: »Allah ist groß!« Da er aber auch dann nicht aufhörte, diese Worte immer wieder zu wiederholen, schrie endlich einer: »Aber Hodscha, beim Morgengebete sollen doch nach der Anrufung, die du sprichst, zwei Verse aus der Überlieferung und zwei Gebote hergesagt werden; warum wiederholst du immerfort die Anrufung?«

»Tue ich es öfter, als es nötig wäre,« antwortete der Hodscha, »so bleibt eben Gott für das übrige mein Schuldner.«

280.

DEr Hodscha brachte eines Tages eine Schüssel Joghurt auf den Markt, um sie zu verkaufen. Nun kamen ganze Wolken von Fliegen und setzten sich auf den Joghurt; da es ihm nicht gelang, sie zu verjagen, ging er zum Kadi, um gegen sie Klage zu führen, und der Kadi sagte zu ihm: »Nimm einen Schlägel und schlag die Fliegen tot, wo immer sie sitzen.«