DEr Hodscha hatte einen Dattelgarten, und drinnen war ein Baum, auf den er jeden Tag stieg. Weiter hatte er eine Tochter und diese einen Geliebten. Eines Tages saß nun Nasreddin auf seinem Baume, als der Bursche mit seiner Tochter kam und mit ihr zu tändeln begann; an Verwegenheit ließ ers dabei nicht fehlen und schließlich sagte er zu ihr: »Stell dich hin; ich will es machen wie ein Hengst.«
»Gut,« sagte sie.
Während er nun das Mädchen besprang, blickte er in die Höhe, und da sah er den Hodscha; augenblicklich ließ er sie und nahm Reißaus. Nun nahm sie etliche Datteln und lief dem Flüchtling nach; dabei rief sie: »Nimm doch!«
Aber der Hodscha schrie vom Baume herunter: »Was fällt dir ein, ihn mit so etwas locken zu wollen? Glaubst du, er wird für drei Datteln zu einem so schamlosen Ding kommen, die den weißen Fluß hat, wie du? Zeig doch wenigstens eine Handvoll!«
293.
ALs der Hodscha eines Tages aus seiner Tür trat, sah er einen Knaben vor dem Hause hocken und seine Notdurft verrichten; da schrie er mehrere Male hintereinander: »Was machst du da? Wessen Kind bist du?«
Endlich antwortete der Bengel: »Ich bin der Sohn der Schwester des Stadtverwesers.«
Augenblicklich nahm ihn der Hodscha bei der Hand und führte ihn vor das Haus des Stadtverwesers; und dort sagte er: »Da ist der Ort, wo du deine Notdurft verrichten sollst.«
294.
EInes Tages sagte der Hodscha zu seinem Bruder: »Tu mir etwas zuliebe.«