Der Hodscha antwortete: »Wenn sein Schwanz reißt, wirst du noch einen ganz andern Staub sehn!«
49.
EInes Tages stieg der Hodscha auf einen Baum; dann begann er den Ast, auf den er sich gesetzt hatte, abzuhacken. Ein Vorübergehender sah dies von unten und rief ihm zu: »He Freund, weißt du denn nicht, daß du zugleich mit dem Aste, den du von dem Baume abschneiden willst, herunterfallen wirst?«
Der Hodscha antwortete nichts; als er aber mit dem Aste heruntergefallen war, begann er dem wohlmeinenden Ratgeber, der weiterschritt, nachzueilen. Und er rief ihn an: »He Freund, da du es vorausgesehn hast, wann ich herunterfallen werde, so mußt du mir zweifellos auch sagen können, wann ich sterben werde.« Und bei diesen Worten hielt er den Fremden fest.
Der antwortete, um von ihm loszukommen: »Wann dein Esel, während er beim Ersteigen einer Anhöhe brällt, einen Furz läßt, so wird die Hälfte deiner Seele entweichen; wann er dann den zweiten läßt, so wird sie gänzlich von dir scheiden.«
Der Hodscha setzte seinen Weg fort; und bei der zweiten Mahnung warf er sich zu Boden mit den Worten: »Ich bin tot.«
Es versammelten sich Leute um ihn, und die brachten eine Bahre, legten ihn darauf und machten sich auf den Weg nach seinem Hause. Da kamen sie an eine Pfütze, die es ihnen verwehrte, geradeaus weiterzugehn. Als sie nun einander fragten: »Wie sollen wir da hinüberkommen?«, hob der Hodscha sein Haupt und sagte: »Als ich noch am Leben war, bin ich immer diesen Weg gegangen.«
50.
EInmal gedachte der Hodscha einen unterirdischen Stall zu machen72. Nun sah er auf einem Spaziergange in dem Keller eines seiner Nachbarn eine Kuh und etliche Ochsen. Hoch erfreut darüber ging er wieder heim und sagte zu seiner Frau:
»Was gibst du mir für eine gute Neuigkeit? ich habe einen Stall voll Rinder gefunden, der noch so ist, wie er zur Zeit der Ungläubigen war.«