EInes Tages brachte der Hodscha eine Kuh auf den Markt; aber er mochte herumgehn, wie er wollte, er konnte sie nicht verkaufen. Da sagte einer, der vorüberging, zu ihm: »Warum führst du die Kuh herum und verkaufst sie nicht?«

»Ach,« sagte der Hodscha, »seit aller Früh lasse ich sie ansehn; aber wie ich sie auch angepriesen habe, verkaufen habe ich sie doch nicht können.«

Nun nahm ihm der Mann die Kuh ab und führte sie selber herum, wobei er rief: »Seht, wie jung sie ist, und dabei ist sie im sechsten Monate trächtig.«

Im Nu kamen Kauflustige herbei, und bald hatte einer die Kuh um ein hübsches Stück Geld erstanden. Der Hodscha nahm das Geld und ging nach Hause, ganz verwirrt, als hätte er sich betrunken gehabt.

Unterdessen waren zu ihm einige Frauen auf Brautschau gekommen; er hatte nämlich eine mannbare Tochter. Seine Frau sagte es ihm und setzte hinzu: »Du bist nicht gerade der gescheiteste, Mann, drum halte dich abseits. Ich will die Frauen empfangen und unsere Tochter loben, was ich nur kann; vielleicht entschließen sie sich, sie zu nehmen.«

»Gib acht, Weib, was du sagst. Heute habe ich einen neuen Kunstgriff gelernt, und da will ich hineingehn; paß nur auf, wie ich es an packen werde, um sie herumzubekommen.« Mit diesen Worten trat er zu den Frauen hinein.

»Was willst du da?« schrien sie73; »hole uns deine Frau und deine Tochter.«

»Meine Frau ist so mit Arbeit überhäuft, daß sie kaum weiß, was für Eigenschaften ihre Tochter hat; in unserer Familie sind es übrigens wir Männer, die die Gaben und Anlagen eines jeden beobachten und beurteilen, und so bin ich bereit, euch über alles genau Auskunft zu geben.«

»So zähle uns ein paar Einzelheiten auf, damit wir wissen, woran wir sind.«

Der Hodscha sagte: »Sie ist noch sehr jung und seit sechs Monaten schwanger; wenn das nicht stimmt, so bringt sie mir zurück.«