„Er hat aber doch nur Last und Arbeit und noch dazu Ärger mehr wie genug – und es dankt's ihm kein Mensch!“
„Gewiß, Otto, ich weiß viele, die mit großer Liebe und Verehrung an deinem Vater hängen.“
„O Tante Toni, es sind noch viel mehr, die ihn beschimpfen und verleumden!“
„Das passiert jedem, der mit Eifer und Erfolg eine gute Sache vertritt. Ein mutiger Soldat wirft deshalb seine Flinte nicht ins Korn!“
„Na, Tante Toni, ich werde jedenfalls mal nicht Redakteur des ‚Mainboten‘!“
„Ei, Otto, das von dir zu hören, tut mir wirklich leid. Ich hätte gedacht, du würdest einmal mutig in die Fußstapfen deines Vaters treten und es dir zur Ehre anrechnen, so wie er all deine Kraft für die gute Sache einzusetzen. Es fehlt dir also der Mut dazu?“
„Nein, der Mut nicht, aber die Lust!“
„O–h!“ machte Tante Toni gedehnt, und sie sah Otto dabei mit ihren klaren Augen so durchdringend an, daß er verlegen auf seinen Teller blickte, und als Tante Toni nun weiterfragte: „Was möchtest du denn werden?“ da antwortete er ausweichend: „Ich weiß es noch nicht recht – vielleicht Reiteroffizier.“
„Ich geh' einmal zur Marine“, erklärte hierauf Paul mit Bestimmtheit.
„Und ich wahrscheinlich auch“, ließ sich sein Zwillingsbruder Kurt vernehmen, „aber nicht als Offizier, sondern als Arzt oder Naturforscher, damit ich mich mal einer Nordpolexpedition anschließen kann.“