„So, du möchtest wohl ein berühmter Reisender werden, wie z. B. Fridtjof Nansen? Nun, und du, Philipp?“
„O Tante, den brauchst du gar nicht zu fragen!“ riefen die andern Kinder lachend. „Der Philipp, der muß Ingenieur werden; der hockt ja jetzt schon die meiste Zeit in der Fabrik und bosselt an den Maschinen herum.“
„Denke nur, Tante“, erzählte Rudi, „neulich war an der neuen Dampfmaschine etwas nicht in Ordnung; man wollte schon dem Monteur telegraphieren, der sie aufgestellt hat, aber da hat der Philipp herausgefunden, woran es lag, und der Maschinist hat gesagt: ‚Das ist aber mal ein Hauptkerl!‘“ Und Rudis Augen leuchteten vor Freude und Stolz über seinen tüchtigen Bruder.
„Recht so, Philipp, das höre ich gern; da bekommt der Papa an dir später eine gute Hilfe in dem großen Betrieb.“ Und Tante Toni nickte dem Neffen freundlich zu. Dieser war etwas rot geworden, hatte sich aber weiter nicht in seiner Gemütsruhe stören lassen.
„So, nun müssen aber auch die andern heraus mit der Sprache!“ rief Tante Toni lustig. „Also Mariechen, wie steht es mit dir?“
Ehe Mariechen noch antworten konnte, rief Anna lachend: „O, das ist eine Betschwester – die ginge ins Kloster, wenn es dort nur einen Spiegel gäbe!“
„Halt den Schnabel, vorlautes Ding; du bist ja nicht gefragt!“
„Ich danke dir, teurer Bruder Paul, für die liebevolle Zurechtweisung!“
„Zankt euch doch nicht wieder, ihr beiden, und laßt Mariechen endlich zu Wort kommen.“
„O, ich habe nicht viel zu sagen“, meinte Mariechen errötend. „Vorläufig lerne ich recht fleißig, damit ich später mein Examen machen kann. Das weitere wird sich dann schon finden.“