„Bravo, Mieze!“

Aber Anna konnte das Necken nicht lassen; sie machte ein drollig zerknirschtes Gesicht und rief aus: „Mieze, du bist einfach ein Musterkind. Ich fühle mich wirklich so unwürdig, neben dir zu sitzen, daß ich meine, der Erdboden müßte mich verschlingen.“ Und damit verschwand sie unter dem Tisch.

Alle lachten; auch die geneckte Mieze lachte herzlich mit, dann rief sie munter:

„Nun hast du so gut für mich geantwortet; jetzt sprich für dich selbst; also ich frage dich feierlich: Was willst du werden, Anna Wulff?“

„Nun, ich heirate natürlich“, klang es unter dem Tisch herauf.

Wieder entstand allgemeines Gelächter.

„Was gibt's denn da zu lachen?“ Und Annas Kopf tauchte empor.

„Zum Heiraten gehören zwei“, belehrte Kurt mit weiser Miene.

„Das weiß ich doch, daß ich mich nicht selbst heiraten kann. Ich heirate den netten holländischen Jungen, mit dem wir voriges Jahr im Seebad gespielt haben.“

„O, den dicken Jan!“ lachte Kurt. „Du bist nicht dumm, Änne, denn sein Vater ist Millionär. Ob der dich aber will?“