„O nein – ich werde Kaiser“, erklärte der Kleine mit Bestimmtheit.
„O, Kaiser – nur Kaiser!“ riefen alle erstaunt und belustigt. Tante Toni belehrte lächelnd:
„Kaiser kann man aber nur werden, wenn man ein Prinz ist.“
„Ich heirat' einfach eine Prinzessin, dann werd' ich ein Prinz.“
„O Dummerchen! Eine Prinzessin, die will dich doch nicht“, spottete Anna.
„Dann heirat' ich zur Straf' gar nicht!“ Und Leomännchen wandte sich gekränkt ab.
„Ach, was für eine entsetzliche Strafe!“ schrie Anna lachend. Dann streckte sie wie flehend die Hände nach ihrem Brüderchen aus und rief: „Gnade, Kaiserliche Majestät! Die arme Prinzessin wird sich zu Tode grämen!“
Der Kleine sah Anna mit mißtrauischer Miene an. Er wußte nicht recht, was sie eigentlich meinte, aber er fühlte doch heraus, daß sie sich über ihn lustig machte; deshalb sagte er ärgerlich: „Geh' weg, böse Anna, du willst mich doch nur wieder ärgern!“
„Verstoßen! – ich bin verstoßen von Seiner Kaiserlichen Majestät!“ jammerte Anna in komischer Verzweiflung; dann hielt sie der Mutter ihren Teller hin und flehte mit zitternder Stimme: „Ach, Kaiserin-Mutter, erbarmen Sie sich doch meiner und geben Sie mir zum Trost noch ein Stück Kuchen!“
Die Mutter lächelte nachsichtig: „Da hast du dein Stück Kuchen, kleine Komödiantin!“