Mariechen dachte ein wenig nach, dann sagte sie bestimmt: „Ich glaube, ja, Tante!“

„O, das ist gut, das ist viel wert!“ rief die Tante aus und sah sinnend vor sich hin.

Nach einiger Zeit kam klein Toni allein zurück. „Willst du nicht mehr mitspielen, mein Kleines? Bist du schon müde?“ fragte Tante Toni.

Die Kleine nickte und erzählte: „Die Gendarmen haben unser Versteck gefunden, und da mußten wir schnell fortlaufen; weil ich aber nicht so fest laufen kann, da hätten sie die Lilly beinah gefangen, und da hat sie mich schnell losgelassen und gesagt, ich sollte mich jetzt ein bißchen zu dir setzen, Tante.“

Die Tante zog Tonichen zu sich auf die Bank, hüllte das Kind in ihr warmes, weiches Umschlagtuch und sagte liebevoll: „So, damit du dich nicht erkältest, denn du bist erhitzt vom Laufen; nun ruhe dich aus.“

Die Kleine lächelte, und ihr Köpfchen an die Schulter der Tante lehnend bat sie: „Bitte, bitte, liebe Tante, erzähle mir doch noch einmal die Geschichte von dem guten Kinde, welches allein mit dem armen Jesusknaben gespielt hat, weil die andern Kinder nicht wollten, und wie dann die Engelchen vom Himmel gekommen sind und ihnen Sternblümchen und Sternbällchen zum Spielen gebracht haben. O bitte, Tante, erzähle!“

Und die gute Tante erzählte, und weil sie gar so schön erzählen konnte, hörte nicht nur das kleine Tonichen aufmerksam zu, sondern auch das große Mariechen – bis auf einmal alle andern Kinder mit großem Lärm zurückkehrten.

„Die Gendarmen haben gewonnen!“ rief Rudi mit strahlenden Augen. „Alle Räuber haben wir gefangen!“

„Ich habe mich zuletzt fangen lassen, weil es mir langweilig wurde, sonst hättet ihr mich nicht gekriegt.“

Diese Behauptung Ottos wurde von allen andern mit schallendem Gelächter beantwortet, worüber dieser sich natürlich sehr ärgerte. Er stampfte mit dem Fuß und schrie: „Was habt ihr zu lachen? Es ist doch so!“