Und Lilly bekräftigte: „So ist es auch, er hat sich fangen lassen!“
Der Streit hätte wahrscheinlich noch länger gedauert, wenn Anna nicht eben mit theatralischer Miene ausgerufen hätte: „Aber Kinder, wie könnt ihr diesen edelmütigen Otto so verkennen! Begreift ihr denn nicht, daß er sich geopfert hat und sich fangen ließ, bloß damit wir endlich mal etwas zu essen bekommen? Es lebe Otto der Unüberwindliche, der Großmütige!“
„Er lebe hoch!“ schrien alle, auf Annas Scherz eingehend; nur Otto selbst machte wieder ein wütendes Gesicht, und er schien große Lust zu haben, den Streit wieder anzufangen. Aber nun rief Tante Toni: „Ich hoffe, Otto, daß du einen Scherz verstehen kannst und dich nun zufriedengibst. Und nun, Kinder, lagert euch und ruht aus. Mariechen und ich, wir teilen den Proviant aus. Ihr seid sicher hungrig!“
„Und wie!“ scholl es fast einstimmig zurück.
In unglaublich kurzer Zeit war der ganze Vorrat aufgezehrt, und Philipp, der eben das letzte Butterbrot empfangen hatte, rief aus: „Siehst du, Tante Toni, daß wir nicht zuviel mitgenommen hatten?“
„Nein, wirklich!“ lachte diese. „Ihr habt euch aber auch tüchtig Bewegung gemacht, und hier draußen schmeckt es noch ganz besonders gut.“
„So, nun können wir weiterspielen!“ erklärte Anna aufspringend.
„Ach nein, jetzt wollen wir lieber etwas anderes spielen!“
Der eine schlug dies vor, der andere das, ohne Erfolg, bis Tante Toni vorschlug: „Was meint ihr zu einem Pfänderspiel?“