„Ich möchte gern ein Engelchen werden“, sagte klein Toni errötend.

„Oh – oh, hört doch! Die Toni will ein Engelchen werden – wie bescheiden! Nein, so etwas!“ riefen die Kinder lachend. Otto schrie dazwischen: „Doch wohl ein Engelchen mit einem B davor!“

Und nun tönte es von allen Seiten und in allen Tonarten: „Engelchen, Bengelchen! Engelchen, Bengelchen – Zornebengelchen!“

Aber klein Toni wurde nicht zornig, – nein, sie wurde wohl abwechselnd rot und blaß, und sie zitterte vor Anstrengung, den aufsteigenden Zorn zu bemeistern. Sich fest an die Tante schmiegend flüsterte sie: „Ich will nicht zornig werden, – nein, ich will nicht!“

„Recht so, mein Herzchen, meine tapfere, kleine Freundin!“ ermutigte die Tante.

Mariechen hatte sich inzwischen bemüht, die übermütige Bande zum Schweigen zu bringen, und das Spiel nahm nun seinen Fortgang, bis Tante Toni das Zeichen zum Aufbruch gab.

„Aber es sind noch zwei Pfänder auszulösen!“ rief Otto aus, allein die Tante bestimmte, dieselben müßten einfach zurückgegeben werden, und sie fügte hinzu:

„So, Kinder, nun geht es in wohlgeordnetem Zug heimwärts, und es wird dabei gesungen und im Schritt marschiert, damit wir rascher vom Fleck kommen; denn es ist schon etwas spät geworden. Also, Anna und Rudi, ihr führt den Zug an, die Zwillinge nehmen den Philipp in ihre Mitte, dann folgen Mariechen und Toni, und Otto und Lilly bilden mit mir die Nachhut.“

Dann stimmte die Tante an: „Wer will unter die Soldaten, der muß haben ein Gewehr“, und der Zug setzte sich in Bewegung.

Aber Tante Toni blieb mit Otto und Lilly ein wenig zurück, und als die andern außer Hörweite waren, sagte sie: