„Nun haben wir eine gute Leuchte auf den Weg“, meinte der praktische Philipp, während Mariechen ausrief:

„Das ist feenhaft schön!“

Jetzt sprudelte auch Annas gute Laune wieder hervor, und sie rief: „Miezchen, gerate nur nicht in Verzückung, sonst steckst du mich an, und dann bringt ihr mich nicht mehr von der Stelle –, dann bleibe ich einfach bis Mitternacht hier stehen, um die Elfen im Mondschein tanzen zu sehen, wie Tante Toni es uns neulich erzählt hat.“

„Ei, um das zu sehen, muß man doch ein Sonntagskind sein!“

„Aber, Tante Toni, das bin ich doch – ich meine, das müßtest du mir doch ansehen!“ Und Anna stellte sich breitspurig vor Tante Toni hin und reckte sich in die Höhe, so sehr sie nur konnte.

Alle lachten, auch Tante Toni; aber plötzlich wieder ernst werdend, legte sie die Hand auf Annas Köpfchen, und ihr die braunen, wirren Haare aus der Stirne streichend sagte sie leise: „Ich glaube dir's, Kind; ja, du mußt wirklich ein Sonntagskind sein. Möge der liebe Gott dir deinen frohen Mut erhalten dein ganzes Leben lang! – Aber nun müssen wir weiter; eure Eltern werden gewiß schon besorgt sein über unser langes Ausbleiben.“

„Sollen wir vorauslaufen, um sie zu beruhigen?“ schlugen die Zwillinge vor, aber Tante Toni wollte nichts davon wissen.

„Nein, nein, wir bleiben schön beisammen“, wehrte sie ab. „Aber tüchtig ausschreiten, das wollen wir!“

Es herrschte nun aber doch wieder eine andere Stimmung als vorhin, und es flog sogar manches Scherzwort, manche kleine Neckerei von einem zum andern.

Auch Otto flüsterte seiner Schwester zu: