„Na, da seid ihr ja alle heil und gesund!“ riefen sie ihnen entgegen. „Die beiden Mütter sind schon ganz besorgt, und wir konnten uns gar nicht denken, weshalb ihr nicht heimkamet!“

Erst als sie ganz nahe herangekommen waren, bemerkten sie die verlegenen Gesichter der Kinder, und Onkel Robert fragte, seine Schwester forschend anblickend:

„Toni, du bist so blaß! Ist etwas vorgefallen?“

Nach einigem Zögern antwortete Tante Toni: „Ich glaube, es ist am besten, wenn Otto dir selbst den Grund unserer Verspätung mitteilt.“

Erstaunt und fragend blickte Herr Mehring von seiner Schwester auf seinen Sohn, aber Otto faßte seines Vaters Hand, und ihn mit sich fortziehend sagte er: „Komm nur, Papa, ich erzähle dir alles; du wirst sehen, es ist gar nicht schlimm.“

Und er erzählte nun, wie er von den andern unbemerkt auf den großen grauen Stein geklettert sei und sich in das Loch versteckt habe und wie er schon sehr lange darin gesessen habe, bevor Tante Toni sein Verschwinden bemerkt hätte, und wie dann nach ihm gesucht und gerufen worden sei, und das sei so unterhaltend gewesen, daß er gar nicht geahnt hätte, wie spät es inzwischen geworden sei. Der Vater hatte schweigend zugehört. Am Schluß sah er seinen Sohn ernst und forschend an, und er sagte:

„Otto, die Sache gefällt mir nicht recht. Ich bin eben wirklich erschrocken über das blasse, angegriffene Aussehen deiner Tante; sie muß sich also ernstlich um dich beunruhigt haben, und du hast sie gewiß viel zu lange hingehalten, ehe du aus deinem Versteck hervorkamst. Antworte mir ehrlich: ‚Hast du bemerkt, daß Tante Toni sich wirklich ängstigte?‘“

Otto sagte leise und zögernd: „Ja – Papa.“

„Und du bist trotzdem noch in deinem Versteck geblieben?“

Otto senkte den Kopf und schwieg.