Klein Toni aber schaute ihre Tante und Patin bittend an:

„Was wünschest du, Liebling?“ fragte diese, sich über ihr Bettchen neigend.

Mit leiser, schwacher Stimme flüsterte das Kind: „Tante, denkst du noch an dein Versprechen?“

Die Tante nickte.

„Geh zum Herrn Pfarrer – bitte, Tante – ich möchte beichten – und er soll mir den lieben Heiland bringen.“

Tante Toni zögerte einen Augenblick, aber klein Tonis Augen baten so flehend, sie konnte nicht widerstehen – sie begab sich sofort ins Pfarrhaus. Sie sprach lange mit dem Herrn Pfarrer, und dieser versprach ihr, die kleine Kranke gegen Abend zu besuchen.

Es war wohl die Freude, die verursachte, daß Tonichen sich am Abend viel leichter und besser fühlte. Ihre Augen leuchteten auf, als der Herr Pfarrer an ihr Bettchen trat.

„So, so“, sagte dieser freundlich, „das ist also die Kleine, die kommunizieren möchte. Wie alt bist du denn, mein Kind?“

„Ich bin sieben Jahre, Herr Pfarrer; ich habe also das Alter der Vernunft.“

Der Pfarrer lächelte: „So, meinst du? Nun sag' mir doch einmal, warum du schon so früh zur heiligen Kommunion gehen möchtest!“