Hierher gehört auch Breamore mit seinem langen ebenfalls durch zwei Kapellen querschiffartig ausgestatteten Schiffe; Chor viereckig. Über der Vierung aber ein viereckiger Turmaufbau von geringer Höhe. Die Nordkapelle ist verschwunden.

Alle Ecken sind mit Lang- und Kurzwerk eingefaßt; der einfache Rundbogen der Südkapelle ruht auf stumpfen Kämpfern und trägt als Schmuck die Inschrift: HER SPUTELAD SEO GECPY DRÆDNES DE. (Hier ist dir der Bund offenbar gemacht.)

Wing

Die stattliche Kirche zu Wing ist wenigstens zu nennen, das Schiff neu, doch wohl schon ursprünglich basilikal angelegt, der Chor mit Krypta noch erhalten, im Grundriß ein langgestrecktes halbes Zwölfeck bildend; außen ist dieser Teil ausnahmsweise durch Pilaster mit Rundbögen gegliedert; die Fenster sind neuer.

Boarhunt

Ferner darf ich die kleine Kirche zu Boarhunt nicht übergehen, schon weil deren Grundriß mit dem der zu Goldbach am Bodensee völlig übereinstimmt; auch ganz gleiche Fensterchen wie dort nach oben verjüngt, sind vorhanden ([Abb. 60]), nur noch hier mit einem gewundenen Rundstab umfaßt; ferner Bosham von ähnlichem Grundriß, noch viel länger, mit stattlicher Chorbogeneinfassung nach sächsischer Art und Westturm; zuletzt Brigstock, von dem noch der Westturm mit Treppe und das Schiff erkennbar sind; bemerkenswert wegen seiner ebenfalls verjüngten Rundbogenfenster, wegen anderer mit Dreieckschluß, und wegen seines mit Streifen und Lang- und Kurzwerk eingefaßten Chorbogens.

Diese drei Kirchen können der jüngeren angelsächsischen Zeit angehören, doch ohne sich von der altgeübten Weise zu entfernen.

Turm zu Earls Barton

Aber einer sehr bedeutsamen echt germanischen baulichen Leistung der Angelsachsen, die verschiedentlich gestreift ist, müssen wir näher gedenken: ihrer Turmbauten. Unter diesen ragt als Hauptwerk der mächtige viereckige Westturm der Kirche zu Earls Barton (North.) hervor, eines der knorrigsten und kraftvollsten Eigenwerke des alten Angelsachsentums (s. [Abb. 184]).

Vier sich stark verjüngende (heute mit einem obersten Zinnenkranz abgeschlossene) Geschosse mit Lang- und Kurzwerk an den Ecken bilden seinen Körper. Die Flächen dieser Geschosse aber werden durch vertikale Streifen gegliedert, die über dem ersten Gesims durch Bögen, über dem zweiten durch wirkliche Steinbalkenkreuze (Andreaskreuze), über dem dritten durch Dreiecksstreben verbunden sind. Unten Doppelfenster mit Balustersäulen, darüber Rundbogen- dann Dreiecksfenster; im obersten Stock eine Galerie von fünf Fenstern auf sechs Balustern; alle Formen durchaus zimmermannsmäßig, sowohl die gedrehten Teile als die Flächengliederung, die sich als getreue Übertragung von Holzfachwerk zu erkennen gibt. Das Westportal rundbogig mit zwei Streifen eingefaßt, schwerer Kämpfer mit darauf eingegrabenen Arkaden.