Das Werk ist von völligster Selbständigkeit in seiner Masse mit zurücktretenden Oberstockwerken, wuchtig und knorrig, ein Herkules der Türme, in jeder Linie germanisch, in nichts mehr östlich; ein standard work.
Leider ist der alte obere Abschluß nicht mehr erkenntlich.
Barnack
Von ähnlichem Wesen einfacher ist der Westturm zu Barnack, vor allem dadurch bemerkenswert, daß er sich in einem mächtigen Bogen auf einem völlig „barbarischen“ Kämpfergesims gegen das Schiff beherrschend öffnet, und daß seine Fenster alle im Dreieck geschlossen sind. Drei ähnliche Sitznischen sind inwendig unten in die Wände getieft.
St. Peter-at-Gowts zu Lincoln, Clapham, Bosham haben ähnliche einfachere Westtürme, alle von Kraft und Ausdruck in ihrer vierschrötigen Gestalt.
Bei ihnen allen diesen ist eine Eigentümlichkeit bemerkenswert; Türen des oberen Stockwerks der Türme (oder der Vorhalle), die in das Kirchenschiff führen. Vielleicht einst als geschützte Zufluchtsstätten durch eine Leiter von da aus zugänglich, vielleicht auch zu einem in ältester Zeit über der Decke der Kirche liegenden Dachraum führend. Diese Türen, meist mit Gucköffnung daneben, sind stets von charakteristisch sächsischer Form, oft mit Dreiecksüberdeckung versehen.
Barton-on-Humber
Eine ganz besonders merkwürdige Kirche, deren Grundrißanordnung bereits oben erwähnt ist, soll hier am Schlusse der Reihe stehen: Barton-on-Humber. An Stelle ihres Chors ist inzwischen ein langes gotisches Schiff getreten; aber ursprünglich zeigte sie die merkwürdige Anordnung eines stattlichen Mittelturms mit zwei rechteckigen Anbauten nach Westen und Osten; der Raum im Turm diente als Schiff, der Ostraum als Chor, der westliche als Kapelle ([Abb. 186]). Die Eingänge waren im Norden und Süden des Turmes.
Abb. 186. Barton-on-Humber.